Der Mensch verfügt über rund 650 Muskeln, die nötig sind, damit wir uns bewegen und Kraft ausüben können. Doch sie leisten noch viel mehr und manche arbeiten sogar, ohne dass wir sie bewusst steuern.
Wenn wir von Muskulatur sprechen, meinen wir meist jene Gruppe, die für Bewegungsabläufe zuständig ist und von uns bewusst gesteuert werden kann. Man findet aber auch Muskeln in Organsystemen wie z. B. Magen, Darm, Blase, Blutgefäßen und als Sonderform die Muskelzellen des Herzens. Diese können wir nicht beeinflussen, sie arbeiten ganz ohne unser Zutun.
Gehirn kommuniziert über Nerven
Jede Bewegung des Muskels – die Kombination aus Zusammenziehen und Entspannen – ist ein komplexer Prozess und setzt die Kommunikation zwischen Muskeln und Gehirn voraus. Dabei leiten spezielle Arten von Nerven (Motoneuronen) Signale vom Gehirn zum Rückenmark und zu den Muskeln. Sind diese gesund und stark, führen sie als Reaktion auf die empfangenen Signale die gewünschten Bewegungen aus. Dazu benötigen sie ausreichend Energie und eine optimale Versorgung mit Nährstoffen.
Schmerzen und Funktionsverlust
Bei bestimmten erworbenen oder angeborenen Erkrankungen oder Schädigungen von Muskelzellen oder Nerven ist das Zusammenspiel und „Kommunikationssystem“ gestört. Die Folgen sind mitunter Schmerzen, Krämpfe, rasche Ermüdbarkeit sowie Kraft- und Funktionsverlust oder Schrumpfung der Muskulatur. Die zugrunde liegenden Ursachen dafür sind sehr vielfältig und müssen entsprechend dem Krankheitsbild sorgfältig medizinisch abgeklärt werden.
Bei erworbenen Erkrankungen sollte der Auslöser spezifisch behandelt werden. Mittlerweile stehen auch für einzelne genetisch bedingte Krankheiten Therapien zur Verfügung.
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