Bis zu 16.880 Personen haben sich für den Medizin-Aufnahmetest am heutigen Freitag angemeldet. Vergeben werden 1950 Studienplätze für Human- beziehungsweise Zahnmedizin. Damit kommen auf einen Platz ungefähr neun Bewerberinnen und Bewerber.
Erfahrungsgemäß kommen ungefähr 80 Prozent der Angemeldeten auch tatsächlich zum schriftlichen Test. Bei diesem werden vor allem Wissen aus medizinrelevanten Fächern (z.B. Biologie, Chemie und Physik) und kognitive Fähigkeiten (z.B. Merkfähigkeit, Implikationen erkennen) abgefragt. Zehn Prozent des Ergebnisses hängen vom Testteil Textverständnis ab, ebenso viel vom Teil Emotionen erkennen und soziales Entscheiden.
Die insgesamt 1950 Studienplätze werden an den Fakultäten in Wien, Graz, Innsbruck und Linz vergeben. 87 davon sind sogenannte „gewidmete“ Studienplätze für Aufgaben im öffentlichen Interesse. Wer sich um einen solchen bewirbt, muss beim Test eine geringere Punktezahl erreichen, aber nach dem Studienabschluss eine gewisse Zeit bei einer öffentlichen Institution (z.B. ÖGK, Verteidigungsministerium) arbeiten. Mindestens 95 Prozent der Plätze gehen an EU-Bürgerinnen und EU-Bürger, 75 Prozent an Bewerberinnen und Bewerber, die in Österreich maturiert haben.
Medizinstudierende oft aus Akademikerhaushalten
Besonders gut stehen die Erfolgschancen für Interessierte aus Familien mit Akademikerinnen und Akademikern. In Österreich studieren laut der Studierendensozialerhebung 2025 des IHS vor allem jene, deren Eltern auch schon einen Hochschulabschluss haben. Besonders hoch ist dieser Anteil in der Medizin. Ein Fünftel der Medizinstudierenden im ersten Jahr sagte, dass ihr Vater Arzt sei, bei sechs Prozent ist es die Mutter. Mehr als vier von zehn Befragten (45 Prozent) gaben an, Ärztinnen oder Ärzte in ihrer Verwandtschaft zu haben.
Nur knapp 43 Prozent der Studienanfängerinnen und Studienanfänger in Human- oder Zahnmedizin kamen 2023/24 aus einem nicht-akademischen Elternhaus. Das Kriterium ist hier ein Vater ohne Hochschulabschluss. Mehr als acht von zehn schaffen es hier aber zum Abschluss.
Den Aufnahmetest schaffen viele Bewerberinnen und Bewerber nicht auf Anhieb, 2018/19 waren es laut IHS-Studie gerade einmal vier von zehn Interessierten. Ungefähr 40 Prozent schafften es beim zweiten Versuch. Besonders selten kommen jene direkt zum Zug, die gerade erst maturiert haben. Wer keinen Platz bekommt, studiert vorübergehend oft ein naturwissenschaftliches Fach, wo die Chancen auf Anrechnung von Studienleistungen gut stehen. Ein häufiges dauerhaftes Ausweichstudium ist Rechtswissenschaften.
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