KI-Dominanz

US-Kartellwächter nehmen Nvidia ins Visier

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05.09.2024 08:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Dominanz bei Chips für Künstliche Intelligenz hat Nvidia offenbar ins Visier amerikanischer Wettbewerbshüter gerückt. Das US-Justizministerium soll bei Nvidia und anderen Unternehmen Informationen mit rechtlich verbindlichen Anfragen eingefordert haben.

Die Kartellwächter seien unter anderem besorgt, dass Nvidia es Kunden erschweren könnte, zur Konkurrenz zu wechseln, berichtete der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Nvidia bestritt mit deutlicher Verzögerung die Darstellung aus dem Bericht, wonach man eine der Informationsanfragen erhalten habe, die rechtlich verbindlich beantwortet werden müssten. Das Unternehmen habe sich dies vom Justizministerium bestätigen lassen. Zugleich sei man bereit, alle Fragen von Regulierern zu beantworten. Bloomberg bekräftigte danach, dass Nvidia eine Informationsanfrage bekommen habe.

Nvidia hat bisher wie kaum ein anderes Unternehmen vom KI-Boom profitiert. Chips des Unternehmens haben sich als führende Hardware für das Anlernen von Software mit Künstlicher Intelligenz in Rechenzentren etabliert. Nvidia bescherte das ein explosives Wachstum bei Umsatz, Gewinn und Aktienkurs. Neben den Chips verdient die Firma auch an Software dafür. Rivalen wie AMD und Intel tun sich bisher schwer damit, Nvidia ernsthafte Konkurrenz in dem Geschäft zu machen.

Bestimmte Kunden bevorzugt
Nvidias Chips sind teuer – aber auch knapp. Denn die Nachfrage, vor allem vonseiten der zahlungskräftigen Tech-Riesen, die in einem KI-Wettlauf sind, bleibt hoch. Nvidia-Chef Jensen Huang priorisiert deshalb Kunden, die die Chips gleich in ihren Rechenzentren einsetzen können und nicht erst ins Lager packen.

Die Prüfung des Justizministeriums sei von Nvidias Plänen zur Übernahme der Firma RunAI ausgelöst worden, die Software zur Verwaltung von KI-Computern macht, schrieb Bloomberg. Die Wettbewerbshüter fragten auch nach, ob Kunden, die nur Nvidias Technik verwenden, bessere Konditionen bekämen, hieß es.

Das Justizministerium wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Nvidia betonte in einer Stellungnahme bei Bloomberg, der Konzern gewinne in dem Markt dank der Stärke seines Angebots.

Negativ-Rekord an der Börse
Noch vor dem Bloomberg-Bericht sackte die Nvidia-Aktie im US-Handel am Dienstag um 9,5 Prozent ab. Auslöser waren unter anderem Zweifel von Anlegern daran, wie nachhaltig der KI-Boom sein wird. Angesichts des Börsenwerts von rund drei Billionen Dollar (2,7 Billionen Euro) stellte die Aktie mit dem Kursrückgang einen Negativ-Rekord auf: Die Bewertung von Nvidia fiel an einem Handelstag um rund 279 Milliarden Dollar.

Zum Vergleich: Der einstige Halbleiter-Pionier Intel ist an der Börse insgesamt rund 86 Milliarden Dollar wert.

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