Die Krise eskaliert

Russen schlagen sich in Kneissl-Heimat Köpfe ein

Ausland
24.06.2026 16:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wladimir Putins Krieg hat den russischen Alltag mittlerweile völlig im Griff. Die Energiekrise erstreckt sich bereits von Moskau bis Sibirien – und in den langen Schlangen vor den Tankstellen schlagen sich die Russen mitunter um die besten Plätze.

Es ist eine Szene, die sinnbildlich für die aktuelle Situation steht. Zwei Männer warten in der vermeintlichen Energie-Weltmacht Russland vor einer  Tankstelle auf eine Ration Treibstoff und schlagen sich dabei die Köpfe ein.

Im ganzen Land regiert der Frust, die Russen müssen teils stundenlang warten, um ihre Autos betanken zu können. Vielerorts ist der Kauf ohnehin nur mit Bezugsschein möglich. Die Rationierungen sind streng limitiert, Behälter dürfen nicht aufgefüllt werden. Die Angst vor Panikkäufen ist einfach zu groß. Es ist eine Situation mit Frustpotenzial, wie die Keilerei eindrücklich illustriert.

Der Faustkampf spielte sich übrigens in der neuen Wahlheimat – Rjasan südöstlich von Moskau – von Ex-Außenministerin Karin Kneissl ab. Die Putin-Freundin erklärte jüngst in einem Interview mit einer Kreml-freundlichen Plattform: „Ja, wir haben die Drohnen. Wir haben eine sehr, sehr fragile Situation. Das ist nicht in Abrede zu stellen.“ Dennoch wolle sie in Russland alt werden: „Ich hoffe, hier zu sterben.“

Raffinerien schwer getroffen
Kiew wehrt sich gegen die russische Invasion aktuell höchst erfolgreich mit Drohnenangriffen gegen strategisch wichtige Anlagen im russischen Hinterland – darunter Einrichtungen der Öl- und Gasindustrie. Ziel dieser Schläge ist es, dem russischen Militär die Treibstoffversorgung zu erschweren und dem Kreml die Kriegsfinanzierung.

Zuletzt sorgte ein Angriff auf eine große Raffinerie in Moskau für weltweite Schlagzeilen. Die Anlage war in den vergangenen Wochen zweimal getroffen worden und musste den Betrieb einstellen. Eine wahre Hiobsbotschaft für den Kreml. Die ukrainischen Treffer hatten bereits davor einen erheblichen Teil der russischen Raffineriekapazitäten lahmgelegt.

Angesichts der Versorgungskrise erwägt Moskau ein Exportverbot für Diesel, wie der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak am Dienstag mitteilte. Einem Bericht der Zeitung „Wedomosti“ zufolge werden zudem Treibstoffimporte geprüft. Dies gelte insbesondere für die Halbinsel Krim, wo der Verkauf von Benzin an Privatkunden kürzlich bereits ausgesetzt wurde – und weite Teile der Bevölkerung mit massiven Stromausfällen zu kämpfen haben.

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