Hinter China sind Südkorea (54,89 Prozent) und Taiwan (42,14 Prozent) die am heftigsten mit Malware verseuchten Nationen. Platz vier bekleidet die Türkei mit ebenfalls knapp über 40 Prozent, auf den Rängen fünf bis zehn in Pandas Jahresbericht finden sich Länder aus Südamerika, Osteuropa und dem Nahen Osten, in denen zwischen 30 und 40 Prozent aller Rechner befallen sind.
Die Riege der am wenigsten von Malware gebeutelten Länder führt Schweden mit rund 20 Prozent infizierten Rechnern vor acht weiteren europäischen Staaten und Kanada an. Der weltweite Durchschnitt beim Anteil infizierter Rechner beträgt 31,98 Prozent und ist gegenüber dem Vorjahr um rund 6,5 Prozent gefallen. In Österreich sind immerhin 27,03 Prozent aller Computer infiziert.
Drei Viertel aller Malware sind Trojaner
Die am weitesten verbreiteten Schädlinge sind laut Panda Security Trojaner, gefolgt von Viren, Würmern und Spyware. Trojaner machen allerdings den Löwenanteil der Malware aus: Drei Viertel aller schädlichen Programme zählen zu dieser Gruppe. Die enorme Verbreitung von Trojanern allein in China ist insbesondere deshalb bedenklich, weil infizierte Rechner in Botnets eingegliedert und für Angriffe über das Internet genutzt werden können.
Wie die britische IT-Website "The Register" berichtet, könnten chinesische Hacker, denen derzeit unter anderem Angriffe auf große US-Zeitungsverlage (siehe Infobox) angelastet werden, demnach aber auch zu Unrecht für die Cyberangriffe aus dem Reich der Mitte verantwortlich gemacht werden. Schließlich könnten auch Angreifer aus anderen Ländern infizierte Computer in China für ihre Attacken nutzen und so ihre wahre Herkunft verschleiern, während die Opfer weiterhin von Angriffen aus China ausgehen.
Peking bekämpft Malware mit Informationsbroschüren
Dabei handelt es sich allerdings um Spekulationen. Klar ist angesichts der Zahlen nur, dass China ein enormes Malware-Problem hat. Schadcode wird dort im großen Stil verbreitet, teilweise sogar auf neuen Computern. Wie die Website berichtet, stieß Microsoft erst im September in China auf eine Gruppe krimineller PC-Händler, die Computer mit vorinstallierter Malware verkauft haben.
Die Regierung in Peking ist sich der Problematik durchaus bewusst. Erst letzten Sommer seien Informationsbroschüren mit Sicherheitshinweisen veröffentlicht worden, um Regierungsstellen und kritische Infrastruktur vor Cyberangriffen zu schützen. Immer wieder gehen den chinesischen Fahndern auch Cyberkriminelle ins Netz. Kritiker verdächtigen China dennoch, Hacker zu tolerieren, solange sich deren Angriffe gegen das Ausland richten oder den Interessen der chinesischen KP dienen.
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