Initiator schläft kaum
Rettungsaktion für „Timmy“ ist „Horrorprogramm“
Am Freitag ist ein neuer Versuch zur Rettung des Buckelwals „Timmy“ in der deutschen Ostsee angelaufen. Der Wal bekomme jetzt eine weitere Chance – mit Bedingungen, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus. Nicht alle sind so optimistisch.
Das Tier müsse bei der Rettungsaktion auch mitmachen, hieß es etwa. Der gestrandete Buckelwal reagierte etwa mit heftigen Bewegungen auf einen Taucher, der sich näherte. Er schlug heftig mit der Schwanzflosse und drehte sich um beinahe 90 Grad. Die Helfer zogen sich daraufhin zurück. Doch nach wenigen Minuten beruhigte sich der Meeresbewohner wieder und lag still im Wasser. „Bild“ berichtete, dass wohl wieder zwei Taucher direkt bei „Timmy“ seien.
Dem Team sei es schon gelungen, Kontakt aufzunehmen, bestätigte Tierärztin Janine Bahr van Gemmert. „Er hat eine reelle Chance, zu überleben und dort wegzukommen. Wir wollen das Tier ohne Stress aus dieser Situation holen. Er kommt aus diesem Gefängnis raus.“ Das Tier merke, dass ihm geholfen werde, der Ausgang sei aber ungewiss.
Er sei überzeugt, dass das vorliegende Rettungskonzept gut sei, sagte Backhaus. Es sei minimalinvasiv. Das Ministerium begleitete den Versuch rund um die Uhr und tauscht sich mit dem Organisationsteam aus. Am Freitagvormittag fuhren Mitarbeitende des Umweltministeriums und des Landesamts für Umwelt, Naturschutz und Geologie mit einem Polizeischlauchboot zum Wal hinaus. Das Tier, das ungefähr zwölf Tonnen schwer ist, soll mit Luftkissen angehoben und anschließend auf einer Plane zwischen den Pontons gegeben werden. Wenn alles gut geht, kann ein Schlepper damit beginnen, „Timmy“ in die tiefere Ostsee und von dort weiter in die Nordsee und in den Atlantik zu ziehen.
Warum Gunz das Schicksal nicht loslässt
Im Hafen von Kirchdorf wurden auf einer aus vier großen stählernen Einzelpontons bestehenden schwimmenden Arbeitsplattform ein Bagger befestigt und ein Container aufgestellt. Zudem liegen Sauggeräte und große Schläuche auf der Plattform. Die Sandsauggeräte sollen den Untergrund unter dem Wal frei spülen.
Finanziert wird die private Initiative von Millionär Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert. Sie haben ein etwa 40-köpfiges Team. Es sei ein „Horrorgramm mit ungeheuer vielen Widerständen“, sagte Gunz zur „Bild“. Er habe seit ungefähr einer Woche nur drei bis vier Stunden pro Nacht geschlafen und führe etwa 70 Telefonate pro Tag. Zudem beantworte er Hunderte E-Mails und WhatsApp-Nachrichten. „Timmy ist ein Opfer des Irrsinns, der Profitgier und der unüberlegten Handlungen des Menschen“, sagte der MediaMarkt-Unternehmer dazu, warum ihn das Schicksal nicht loslässt.
Der geschwächte Buckelwal liegt bereits den 18. Tag in Folge an derselben Position in der Kirchsee in der Wismarer Bucht. Er strandete gleich mehrfach vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Initiatorin und der Initiator des aktuellen Rettungsversuchs sagten bereits selbst, dass der Ausgang „ungewiss“ sei.











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