Vom Saulus zum Paulus?

VW will Kostendrücker-Image bei Zulieferern ändern

Motor
22.02.2022 18:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Volkswagen-Konzern hat bei seinen Zulieferern offenbar nicht den besten Ruf. Die Preise werden gedrückt, wo es geht, sogar im Nachhinein, während der laufenden Produktion, wird der Rotstift angesetzt und die Preisschraube nach unten gedreht. Damit soll jetzt Schluss sein. Die Wolfsburger geloben, mit Zulieferunternehmen künftig partnerschaftlicher umzugehen.

„Wir brauchen heute ein anders Verhältnis in der Zusammenarbeit, es braucht wirklich viel mehr Kooperation“, sagte Konzern-Einkaufsvorstand Murat Aksel im Interview mit der Branchen- und Wirtschaftszeitung Automobilwoche. Auf nachträgliche Preisrunden, mit denen der Konzern bisher im Nachhinein die Preise drückte, wolle man künftig ganz verzichten.

„Früher wurde unheimlich viel Energie darauf verwendet, die Kosten in der laufenden Serie weiter zu senken. Diese Energie möchte ich stärker auf den Anfang der Zusammenarbeit konzentrieren, um später nicht beidseitig wiederholt viel Mühe in weitere Verhandlungen investieren zu müssen“, sagte Aksel.

Die neue Strategie hat auch einen Namen: „Best Price at Start of Production“. Man wolle „die Dinge zu Beginn einmal richtig klären und sich dann beidseitig darauf verlassen können“, so Aksel. Erstmals zum Tragen kommen soll das 2023 beim neuen Tiguan.

„Mir geht es darum, dass wir vom reinen ‚Kostenschrubber‘ zum ‚Kostengestalter‘ werden“, sagte Aksel. VW wolle künftig viel enger mit seinen Zulieferern zusammenarbeiten, sie schon bei der Entwicklung einbeziehen. „Und darum müssen wir auch partnerschaftlich mit ihnen umgehen.“ Davon verspricht sich Volkswagen einen großen Kreativpool aus Top-Ingenieuren, deren Ideen dann bereits in neue Fahrzeugprojekte einfließen sollen. „Genau diese Ideen von außen wollen wir jetzt ins Unternehmen holen.“

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