Grün pflegt gut

Naturkosmetik im Test: Natur pur im Tiegel haut hin

Gesund
26.01.2011 13:50
Gesichtspflege aus dem Bereich Naturkosmetik pflegt genauso gut wie herkömmlich hergestellte Produkte. Das hat eine Untersuchung der deutschen Stiftung Warentest mit insgesamt neun Produkten ergeben, die das Magazin "Konsument" veröffentlicht hat. Fünf Cremen wurden als "gut" beurteilt. Aber: Naturkosmetik ist anfälliger für Keime.

"Wer Naturkosmetik konventionellen Produkten vorzieht, kann unter etlichen guten Gesichtscremen wählen", urteilten die Tester. Die Ergebnisse fielen auch viel besser aus als bei der bisher letzten Untersuchung im Jahr 2007. Ein Schwachpunkt ist die Haltbarkeit: Die meisten Hersteller verzichten auf synthetische Konservierungsstoffe, die zwar sehr wirksam sind, aber nicht von jeder Haut vertragen werden. Von den getesteten Cremen war nur eine künstlich haltbar gemacht.

Die abgewerteten Erzeugnisse wurden in zwei Fällen als lediglich "durchschnittlich" eingestuft, weil sie den mikrobiologischen Belastungstest nicht bestanden. Ein weiteres Produkt wies bereits frisch geöffnet eine bedenkliche Keimzahl auf. 

Feuchtigkeit wird gemessen
Je 30 Personen pro Creme prüften die Cremen zwei Wochen lang auf ihre Verträglichkeit, auf ihre Pflegeeigenschaften und auf ihre Anwendung. Zusätzlich wurden die Naturkosmetika noch im Labor untersucht. Wenig auszusetzen hatten die Tester bei den Pflegeeigenschaften der Cremen. Die meisten, so befanden die Testpersonen, würden die Haut ausreichend mit Feuchtigkeit versorgen. Mit dem Corneometer, einem speziellen Messgerät, konnte auch mehrere Stunden nach Auftragen der Kosmetika noch ein Plus an Feuchtigkeit festgestellt werden. In diesem Punkt konnten die Naturprodukte also mit ihren konventionellen Konkurrenten aus der Drogerie mithalten. 

Auch bei der Anwendung waren die Tester mit den Naturkosmetikcremen zufrieden. Bei Konsistenz, Verteilbarkeit und Einziehen der Cremen konnten keine Beanstandungen gefunden werden. Außerdem erwiesen sich alle Kosmetika als hautverträglich. Nur drei Produkte fielen durch ihre schlechte mikrobiologische Qualität auf. 

Dos und Don'ts im Umgang mit Naturkosmetik
Die meisten Naturkosmetikhersteller verzichten auf synthetische Konservierungsstoffe, da sie nicht von jeder Haut vertragen werden. Dadurch sind Naturkosmetikcremen oftmals anfälliger für Keimbefall und können dann Hautreizungen verursachen. Um das Risiko eines Keimbefalls schon vorab zu minimieren, ist es ratsam, Tuben mit kleiner Öffnung zu kaufen. Auch auf die Hygiene im Umgang mit den "grünen" Cremen ist zu achten: Creme immer mit sauberen Händen entnehmen oder am besten überhaupt mit einem sauberen Spatel. 

Nach dem Gebrauch sollte die Creme sofort luftdicht verschlossen und an einem kühlen Ort aufbewahrt werden. Bei einer Temperatur von 18 bis 20 Grad Celsius ist die Haltbarkeit von Naturkosmetik am besten gewährleistet. Außerdem ist ratsam, besonders bei diesen Kosmetikprodukten auf den Verbrauch bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum beziehungsweise zum Datum der Verfallsangabe zu achten. Generell gilt aber: die geöffnete Naturkosmetikcreme so schnell wie möglich aufbrauchen. Haben sich bereits Farbe, Konsistenz oder Geruch der Creme verändert, sollte der Tiegel auf jeden Fall so schnell wie möglich entsorgt werden.

Die Frage des richtigen Dufts ist bei Naturkosmetika hingegen Geschmacksache. Bei der Produktion werden nämlich statt synthetischer Duftstoffe ätherische Öle eingesetzt, weshalb die Testpersonen in diesem Punkt geteilter Meinung waren. Um böse Überraschungen zu vermeiden, ist ein kurzer Geruchstest beim Kauf immer ein guter Tipp. 

Wie kennzeichnet sich Naturkosmetik?
Zwar gibt es in Europa bislang keine einheitliche, rechtlich verbindliche Definition des Begriffs Naturkosmetik, aber anhand zweier Siegel der Naturkosmetikhersteller können sich die Konsumenten weitgehend orientieren. Produkte, die einen der beiden deutschen Label "BDIH. Kontrollierte Naturkosmetik" oder "NaTrue" tragen (das österreichische Naturkosmetik-Label "ANC" ist derzeit im Entstehen), haben den jeweils vorgegebenen, spezifischen Mindeststandards zu entsprechen. Demnach dürfen diese Naturkosmetika – soweit es möglich ist – nur natürliche Substanzen enthalten, also Stoffe pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Ursprungs. Erdölprodukte sowie synthetische Farb- und Duftstoffe werden in der Produktion dieser Produkte nicht verwendet, bestimmte Konservierungsstoffe sind allerdings dennoch erlaubt.

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