Todeskampf, Stress?

Wal „Timmy“ bewegte sich neben Helfern stark

Ausland
17.04.2026 16:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei einem Rettungsversuch am Freitag hat sich Buckelwal „Timmy“ vor der Ostseeinsel Poel heftig bewegt. In diesem Moment waren Helfer bei ihm, die einen Gesundheitscheck durchführen wollten. „Timmy“ drehte sich, pustete Fontänen und schob sich über die Sandbank.

Will er sich endlich frei schwimmen, fragte die deutsche „Bild“ am Freitagnachmittag. In der Wissenschaft würden plötzliche heftige Bewegungen gestrandeter Wale allerdings als Ausdruck von Schmerz, Stress und Angst interpretiert, hieß es. Es könne sich somit auch um einen Todeskampf handeln, sagte Meeresbiologe Fabian Ritter. Ob der Tod nahe, könne nur die Zeit zeigen. „Er merkt natürlich, da sind Leute im Wasser, da fahren Boote, da passiert was. Man muss leider davon ausgehen, dass das für ihn tatsächlich auch Stress bedeutet (...)“, sagte er weiter.

Ritter hält es für unwahrscheinlich, dass „Timmy“ versucht, sich selbst zu befreien. Dafür sei er zu schwach. Selbst wenn es gelingen sollte, das Tier aus der Sandbank zu bekommen, wäre es erst gerettet, wenn es mehrere Wochen frei im Nordatlantik schwimme. Das Problem dort sei dann, dass er keine Fettreserven habe, von den er im kommenden Winter zehren könne.

Immer wieder versuchen Helfer, sich dem Tier anzunähern.
Immer wieder versuchen Helfer, sich dem Tier anzunähern.(Bild: glomex)

Wie berichtet, soll der Wal mit Luftkissen angehoben werden. Ein Schlepper soll ihn in den Nordatlantik ziehen. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) stellte am Freitag klar, dass das Land die private Initiative dulde, aber keine Genehmigung erteilt habe. Für eine Genehmigung gebe es gar keine rechtliche Grundlage. Jeder Mensch könne aber verletzte oder hilflose Tiere aufnehmen, um sie zu pflegen und anschließend wieder auszuwildern. Bei besonders geschützten Arten bestehe eine Meldepflicht.

Wieder Verzögerung zu erwarten
Das vorgelegte Konzept zur Rettung verfolge einen vorsichtigen Ansatz. Dahinter stehen der Unternehmer Walter Gunz und die Unternehmerin Karin Walter-Mommert mit einem ungefähr 40-köpfigen Team. Am Freitagnachmittag hieß es, dass sich die Rettung weiter verzögern könne. Der Zeitplan hänge letztendlich von „Timmy“ selbst ab, sagte Constanze von der Meden vom Team. Der Buckelwal hatte sich in einem abgebrochenen Schlauchstück der Sprinkleranlage verfangen. Davon wurde er inzwischen befreit. Die kaputte Haut könne sich mit Salz wieder regenerieren, zeigte sich Tierärztin Janine Bahr van Gemmert zuversichtlich.

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Langsames Dahinsiechen ist kein ruhiges Sterben, von dem immer alle reden.

Tierärztin Janine Bahr

Man hätte früher mit der Aktion beginnen können, mache aber das Beste daraus. „Langsames Dahinsiechen ist kein ruhiges Sterben, von dem immer alle reden“, sagte die Tierärztin weiter. Das Tier liegt bereits den 18. Tag in Folge an derselben Position in der Wismarer Bucht. Zuvor war es gleich mehrfach gestrandet.

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