Wahre Schlammschlacht

Kronzeugin klagt Ex-General Weißmann und den ORF

Innenpolitik
17.04.2026 16:36

Die Causa rund um Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann entwickelt sich immer mehr zur Schlammschlacht. Die Betroffene droht Weißmann nach dessen Aussagen mit Klage – sein Anwalt kontert prompt. Entwicklungen, die auch ÖVP-Landeshauptmann Anton Mattle mit Sorge beobachtet.

Es vergeht derzeit kaum ein Tag, an dem nicht neue schwerwiegende Anschuldigungen in einem der so vielen ORF-Skandale erhoben werden. So geschehen ist das aktuell abermals in der Causa Weißmann. Nachdem der zurückgetretene Generaldirektor angekündigt hatte, seine Kündigung anfechten und Ansprüche von beinahe vier Millionen Euro geltend machen zu wollen, hat sich nun jene Frau, die Weißmann Fehlverhalten ihr gegenüber vorwirft, im „profil“ zu Wort gemeldet. Sie untermauert ihre Anschuldigungen und kündigt rechtliche Schritte gegen den ORF und Weißmann an.

Weißmanns Anwalt kontert Kritik und Drohung
„Ich halte fest, dass das Ergebnis von mehreren Fachleuten durchgeführten Compliance Untersuchung eindeutig zum Schluss kommt, dass keine sexuelle Belästigung vorlag und auch die Unerwünschtheit des Verhaltens von Mag. Weißmann nicht mit der notwendigen Wahrscheinlichkeit festgestellt werden konnte. Diesem Ergebnis ist nichts hinzuzufügen“, kontert Weißmanns Anwalt Oliver Scherbaum.

Eine Schlammschlacht, die nicht nur auf offener Bühne ausgetragen, sondern auch politisch mit Sorge beobachtet wird. Aussitzen statt umkrempeln lautet hier – wie berichtet – die Devise. Trotz einer eindeutigen Resolution der Redakteursbelegschaft gegen den in die Kritik geratenen Stiftungsrat – und trotz anderslautender Ankündigungen aus mehreren Parteien.

Mattle ortet „massiven Schaden“
Während es bislang allerdings eher die Mediensprecher und weitere Vertreter der Bundesparteien waren, die sich zu den Causen äußerten, spricht in der „Krone“ jetzt die (aktuelle) Stimme der Länder. Tirols Landeschef Anton Mattle hat den Vorsitz der Landeshauptleute-Konferenz inne – und die jüngsten Vorgänge am Wiener Küniglberg kritisch beäugt.

„Die Vorgänge, Vorwürfe und Vorfälle der vergangenen Woche haben den ORF massiv beschädigt. Ich bin fest davon überzeugt, dass es einen Öffentlich-Rechtlichen braucht – aber nicht mit diesem fatalen Gesamteindruck“, erklärt der ÖVP-Landeshauptmann. Wie bereits ÖVP-Mediensprecher und Generalsekretär Nico Marchetti plädiert auch Mattle bei der Besetzung des Generaldirektors für einen externen Kandidaten.

Gerüchte um APA-Chef und Ex-Vizekanzlerin
„Es braucht einen Neuanfang an der Spitze des ORF, der Wunsch nach einer unabhängigen, unbelasteten und externen Person als Generaldirektor ist groß“, meint er. Gerüchte, wonach Mattle selbst seinen Tiroler Landsmann Clemens Pig, Geschäftsführender Vorstand der Austria Presse Agentur (APA), für den Posten beim Kanzler empfohlen haben soll, würden zwar ins Bild passen – werden aus Innsbruck aber nicht bestätigt. Im Wiener Kanzleramt wird zudem klar dementiert, dass Bundeskanzler Christian Stocker die ehemalige FPÖ-Vizekanzlerin Susanne Riess-Hahn für den Posten im Auge habe.

Neuer General wohl vom „alten“ Gremium bestimmt
Die ÖVP hat sich bekanntlich das Vorschlagsrecht für den Posten des Generaldirektors per Koalitions-Sideletter gesichert, verweist bei der Entscheidungsfindung aber stets auf den ja angezählten Stiftungsrat. Daran will trotz der klaren Kritik am Gremium auch Mattle nicht rütteln. „Wir gehen davon aus, dass der aktuelle Stiftungsrat die Entscheidung treffen wird“, heißt es auf Nachfrage der „Krone“ aus Tirol.

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