Wilder Erbstreit

Französin (85) aus US-Abschiebehaft entlassen

Ausland
17.04.2026 16:58
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine 85-jährige Französin ist nach 16 Tagen aus der US-Einwanderungshaft entlassen worden. Sie hatte ihre Jugendliebe, einen amerikanischen Veteranen, geheiratet. Nach dessen Tod im Jänner begann ein erbitterter Erbstreit mit ihren Stiefsöhnen, der zu ihrer Festnahme führte. 

Marie-Thérèse Mahé ist wieder in Frankreich! Das teilte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot mit. „Sie ist heute Morgen nach Frankreich zurückgekehrt.“ Der Politiker sprach von einer großen Erleichterung.

Herbe Kritik an ICE-Vorgehen
Die Witwe eines amerikanischen Kriegsveteranen geriet nach dessen Tod ins Visier der Einwanderungsbehörde ICE. Barrot erklärte, dass er sich nicht zu einzelnen Fällen äußern könne, dass jedoch einige der Vorgehensweisen der USA „nicht im Einklang“ mit französischen Standards stünden und „inakzeptabel“ seien.

Barrot sprach von „Gewalt, die uns Anlass zur Sorge gab“. Die betagte Französin wurde am 1. April festgenommen und in ein Abschiebezentrum in Louisiana gebracht. Ihr Sohn berichtete, sie sei an Händen und Füßen gefesselt und „wie eine gefährliche Kriminelle“ behandelt worden. Tagelang war sie ohne Kontakt zur Außenwelt, bis am 8. April ein Konsulatsmitarbeiter sie sehen durfte. Die Frau leidet an Herzproblemen.

Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes entbrannte ein erbitterter Erbstreit mit dessen Söhnen, der nun in der dramatischen Verhaftung gipfelte: Die 85-jährige Witwe wurde von Einwanderungsbeamten in ihrem Nachthemd abgeführt – nachdem sie einen wichtigen Termin bei der Einwanderungsbehörde verpasst hatte. Ihre Stiefsöhne sollen zuvor die Post ohne ihr Wissen umgeleitet haben, berichtete die „New York Times“.

Einer der Söhne, ein Ex-Polizist und Gerichtsmitarbeiter, soll seine Kontakte genutzt haben, um eine Verhaftung seiner Stiefmutter zu erwirken. Der Französin würde eigentlich die Hälfte des Erbes zustehen – zumindest nach den gesetzlichen Gegebenheiten in Alabama.

Alte Liebe flammte wieder auf
Marie-Thérèse Mahé und Bill Ross lernten sich Ende der 1950er-Jahre auf einem NATO-Stützpunkt in Frankreich kennen. Mitte der 1960er mussten sie sich trennen, als der US-Soldat in seine Heimat zurückkehrte. Beide gründeten Familien mit anderen Partnern. 2010 fanden sie über soziale Netzwerke wieder zueinander. Nachdem beide verwitwet waren, nahmen sie Ende 2022 ihre Beziehung wieder auf und heirateten.

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