Die temporäre Öffnung der Straße von Hormuz hat für Jubelstimmung an den Börsen und Entspannung bei den Ölpreisen gesorgt. Darf die krisengebeutelte Weltwirtschaft nun aufatmen?
Die Blockade der für die Schifffahrt wichtigen Straße von Hormuz wird dem Iran zufolge für die restliche Zeit der mit dem Libanon geltenden Waffenruhe aufgehoben. Dies gelte für alle Handelsschiffe, teilte der iranische Außenminister Abbas Araghchi am Freitag auf X mit.
Die Energiepreise fallen wieder
Die Ölpreis der Sorte Brent ging nach der Ankündigung um mehr als neun Prozent zurück – und wurde zeitweise unter 90 Dollar je Barrel gedrückt. Zum Vergleich: Im März erlebten wir einen Höchststand von 120 Dollar je Barrel für das Rohöl. Vor dem Beginn des Iran-Kriegs lag der Preis bei etwa 70 Dollar je Barrel.
Die fallenden Ölpreise dürften die Konjunktur- und Inflationssorgen im Euroraum tendenziell dämpfen. In den vergangenen Tagen hatten sich einige EZB-Vertreter gegen eine schnelle Leitzinserhöhung ausgesprochen, das Bild einer abwartenden Europäischen Zentralbank dürfte sich mit der aktuellen Entwicklung nun bekräftigen.
Der Gaspreis ist nach der Ankündigung ebenfalls auf unter 40 Euro/MWh gefallen und nähert sich damit dem Vorkriegsniveau an. Vor dem Beginn der Angriffe in der Region lag der Preis bei etwa 31 Euro, während des Kriegs im März zeitweise bei 74 Euro.
Börsen schießen in die Höhe
Europas wichtigste Börsen haben am Freitagnachmittag mit deutlichen Gewinnen auf die Nachricht von der Öffnung der wichtigen Handelsstraße reagiert. Der Euro-Stoxx-50 hielt gegen 16 Uhr mit einem Plus von 1,9 Prozent bei 6.046,17 Punkten. Der deutsche DAX stieg um 2,14 Prozent auf 24.670,40 Zähler. Auch der Euro reagierte deutlich und stieg auf den höchsten Stand seit Mitte Februar.
Die Gewinne zogen sich quer durch alle Branchen. Besonders stark nach oben ging es dabei mit Aktien der Reise- und Luftfahrtbranchen. Unter den größeren Gewinnern im Euro-Stoxx-50 fanden sich die Aktien des Softwarekonzerns SAP mit einem Plus von 4,2 Prozent. Titel des Luxusgüterherstellers Hermes gewannen 3,8 Prozent.
Schwach zeigten sich lediglich Aktien aus der Ölbranche. Aktien der Ölkonzerne BP, ENI, Shell und TotalEnergies verloren zwischen 2 und 5 Prozent. Auch in den USA hellte sich das Bild zum Börsenstart deutlich auf.
Die Waffenruhe für den Libanon trat am Donnerstagabend in Kraft und soll zehn Tage gelten. Wie lange die Öffnung anhält, bleibt abzuwarten. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die Sperre für den Iran nicht aufheben zu wollen ...
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