Kritik nach Vorwürfen

„Greenpeace bringt ganze Region in Misskredit“

Burgenland
17.04.2026 15:13

Die Steinbruch-Betreiber werfen Greenpeace „Fake News“ vor. Laut Taskforce hat bei der Katastrophenschutzübung in der Abbaustätte Pilgersdorf keine Gefahr für die Teilnehmer bestanden.

Für Wirbel sorgen die Vorwürfe der Umweltschutzorganisation Greenpeace gegen Land, Behörden und Steinbruch-Betreiber. Im Vorjahr fand im Steinbruch Pilgersdorf eine großangelegte Katastrophenschutz-Übung statt. Laut der NGO war aber schon Jahre vorher bekannt, dass eine Asbestbelastung auf dem Gelände besteht.

Zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen
Für die Einsatzkräfte sowie für die anderen Teilnehmer habe allerdings keine Gesundheitsgefahr bestanden, stellen nun die Steinbruch-Betreiber als auch das Land Burgenland klar. Schon am Tag vor der Übung sei der Arbeitsbetrieb am Gelände ausgesetzt worden, um eine Staubentwicklung zu vermeiden. Zudem sei auf entsprechende Schutzausrüstung wie Jacken, Hosen, Stiefeln und Handschuhe geachtet worden. Auch seien die teilnehmenden Schüler der Theresianischen Militärakademie Wr. Neustadt nicht am Boden im Staub gelegen, sondern in mit Decken ausgestatteten Holzummantelungen, die bereits im Vorfeld der Übung im Schotter platziert wurden.

Kurze Aufenthaltsdauer
Umweltmediziner Hans Peter Hutter, Leiter der Taskforce, sieht ebenfalls keine Hinweise auf eine Gefährdung der Übungsteilnehmer. Der wenige Stunden dauernde Aufenthalt könne als gesundheitlich vernachlässigbar angesehen werden.

Die Statisten der Übung lagen in Holzboxen oder Decken und nicht am Boden.
Die Statisten der Übung lagen in Holzboxen oder Decken und nicht am Boden.(Bild: Vanessa Wittmann)

„Ganze Region in Misskredit“
Bei den Steinbruch-Betreibern, die sich zur ARGE Naturgestein zusammengeschlossen haben, zeigt man sich über die Greenpeace-Anschuldigungen schockiert. Den Aktivisten gehe es augenscheinlich mehr um PR und Aufregung als um Fakten, meint Frank Eichhorn, Betriebsleiter des betroffenen Bruchgeländes. „Wir würden uns wirklich wünschen, dass Greenpeace sich an die Tatsachen halten würde und damit aufhört, eine ganze Region in Misskredit zu bringen. Die angezeigte Übung ist ordnungsgemäß und klarerweise ohne Gefährdung der Übungsteilnehmer auf behördliche Anordnung abgelaufen“, betont er.

„Angst als Geschäftsmodell“
Auch Frank Iszovits, verantwortlich für den Steinbruch Bernstein, übt Kritik: „Es kann doch nicht das Geschäftsmodell von NGOs sein, Menschen zu verängstigen und daraus Kapital zu schlagen.“ Die ARGE deutet erneut rechtliche Schritte an: Vielleicht komme vor Gericht ans Tageslicht, dass die Betriebe sich an die geltenden Regeln gehalten haben, heißt es. Denn die eigentliche Belastung für die Menschen seien die mehr als drei Millionen zusätzlichen Lkw-Kilometer, welche jetzt aufgrund der Steinbruch-Sperren anfallen würden.

Steinbruch-Betreiber müssen weiter warten
Unterdessen ist für die vier geschlossenen Steinbrüchen nach wie vor ungewiss, wie es weitergeht. Die Betriebe als auch die Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft. Die Taskforce verweist darauf, dass es sich um laufende Verfahren handelt. Ende April sollen zumindest die Analyseergebnisse der Steinbruchmaterialien und der mineralogischen Bewertung sowie eine Ausbreitungsrechnung vorliegen. Auf Basis dieser Fakten könnte dann weiter entschieden werden.

Sperren kosten viel Geld
Laut Angaben der ARGE Naturgestein hängen hunderte Jobs an den Steinbrüchen. Betroffen seien nicht nur die direkten Mitarbeiter, sondern auch Frächter und Abnehmer. Aus steuerlicher Sicht fallen zudem Millionen Euro an Landschaftsschutzabgabe und Kommunalsteuern weg.

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