22.08.2020 18:47 |

„Fortnite“-Zwist

Apple fürchtet um sein App-Store-Geschäftsmodell

Apple befürchtet nach eigenen Angaben, dass sein App-Store-Geschäft bröckelt, wenn der iPhone-Konzern den Machern des Online-Games „Fortnite“ ihren Verstoß gegen die Regeln der Plattform durchgehen ließe.

Würde das Verhalten der Spielefirma Epic Games toleriert, „würde das allen Entwicklern zeigen, dass sie die Verpflichtungen ignorieren können, die sie mit ihren Verträgen mit Apple eingingen“, erklärte Konzernmanager Phil Schiller in einer Stellungnahme im Gerichtsverfahren mit dem „Fortnite“-Anbieter. Dies könne das gesamte Geschäftsmodell und Ökosystem des App Store erschüttern.

Epic will keine 30 Prozent Provision zahlen
Epic wollte sich nicht mehr an die Vorgabe halten, dass virtuelle Artikel in dem Spiel auf iPhones und iPads nur über das System der In-App-Käufe von Apple angeboten werden können, bei dem Apple 30 Prozent vom Kaufpreis einbehält. Wie aus von Apple veröffentlichten E-Mails hervorgeht, forderte Epic-Chef Tim Sweeney Apple zunächst Ende Juni auf, das zuzulassen.

Nachdem der Konzern das ablehnte, brachten die Entwickler in die App zusätzlich die Möglichkeit ein, die Artikel auch direkt bei Epic zu kaufen. Laut Apple wurde dafür eine versteckte Funktionalität in der Anwendung aktiviert, die Epic an den App-Prüfern des Konzerns vorbeigeschmuggelt hatte.

Apple und Google warfen Epic raus
Noch am selben Tag warf Apple „Fortnite“ unter Verweis auf den Regelverstoß aus dem App Store. Nutzer, die die App bereits auf ihren Geräten haben, können sie weiterhin nutzen - und die Artikel auch günstiger direkt bei Epic kaufen.

Auch aus Googles Play Store, wo Epic den gleichen Trick versuchte, flog „Fortnite“ prompt raus. Auf Android-Smartphones können Apps allerdings auch aus anderen Quellen geladen werden.

Apple erklärt, die Vorschrift, das System der In-App-Käufe nutzen zu müssen, solle Verbraucher schützen. Epic verklagte Apple mit dem Vorwurf unfairen Wettbewerbs.

Apple warf Epic auch aus Entwicklerprogramm
Der iPhone-Konzern warf die „Fortnite“-Firma auch aus seinem Entwicklerprogramm, was in Zukunft die Weiterentwicklung der Grafik-Technologie Unreal Engine von Epic für iPhones und iPads behindern wird. Das könnte weitreichende Folgen für die Branche haben, weil Unreal Engine auch von anderen Spieleentwicklern genutzt wird - die auf Konkurrenzprodukte umsteigen könnten.

Epic will den Rauswurf aus dem Entwicklerprogramm mit einer einstweiligen Verfügung verhindern. Apple entgegnete am Freitag, es gebe keine Grundlage für eine einstweilige Verfügung, da Epic sich selbst mit einer Vertragsverletzung in Probleme gebracht habe.

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