KI-Modell ebenbürtig

China-Start-up fordert Anthropic und OpenAI heraus

Digital
17.07.2026 11:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eineinhalb Jahre nach dem „DeepSeek-Schock“ will ein weiteres chinesisches Start-up im KI-Wettlauf die Führung übernehmen. Moonshot stellte am Freitag sein Modell „Kimi K3“ vor, das laut der Firma den modernsten westlichen Konkurrenzprodukten zumindest ebenbürtig ist. 

Die Leistungsfähigkeit von „Kimi K3“ entspreche der von Anthropics „Fable 5“, teilte das chinesische Start-up mit. Die neuesten OpenAI-Modelle „GPT-5.5“ und „GPT-5.6 Sol“ habe „Kimi“ sogar deutlich übertroffen. In Tests von Drittfirmen schnitt die KI ebenfalls stark ab. Für die US-Testfirma Vals AI rangiert sie zwischen „Fable 5“ und „GPT-5.6 Sol“. Nach Einschätzung von Artificial Analysis kann „Kimi“ vor allem bei komplexen Aufgaben mit modernen westlichen Produkten mithalten. Arena AI zufolge ist „Kimi K3“ bei der Programmierung von Webseiten die weltweite Nummer eins.

„Kimi K3“ wurde den Angaben zufolge mit 2,8 Billionen Parametern trainiert. Damit sei es das bislang größte sogenannte „Open Weight“-Modell. Bei dieser KI-Variante sind die Trainingsparameter frei einsehbar. Im Gegensatz zu „Open Source“ bleiben Programmcode und andere Informationen jedoch meist vertraulich.

China lässt im technologischen Wettlauf nicht locker
Anfang 2025 hatte DeepSeek mit der Vorstellung eines KI-Modells Technologiewerte weltweit in Kursturbulenzen gestürzt. „R1“ verschlingt bei vergleichbarer Leistung nur einen Bruchteil der Entwicklungskosten und benötigt weniger Rechenleistung als westliche Modelle. Vor einigen Wochen erschütterte Z.ai mit einer neuen KI die zuvor gehegte Branchenmeinung, dass chinesische Unternehmen der US-Konkurrenz technologisch etwa ein halbes Jahr hinterherhinkten. Der Entwickler Minimax arbeitet an einem Modell, das mit 2,7 Billionen Parametern trainiert wird und demnächst veröffentlicht werden soll.

  Dies passt zum Anspruch der Regierung in Peking, bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Staatspräsident Xi Jinping hat dazu die World AI Cooperation Organisation (WAICO) ins Leben gerufen. China will die anderen Mitglieder dieser Koalition bei der Entwicklung von KI-Anwendungen unterstützen.

OpenAI und Anthropic vor Börsendebüt
Für OpenAI und Anthropic kommt die neue chinesische Konkurrenz zu einem kritischen Zeitpunkt. Beide steuern auf ihr Börsendebüt an der Wall Street zu. OpenAI hat bereits einen entsprechenden vertraulichen Antrag gestellt. Zudem mussten die Start-ups ihre modernsten KI-Modelle auf Anordnung der US-Regierung zeitweise abschalten oder die Veröffentlichung verschieben. Die Behörden befürchten Gefahren für die Cybersicherheit, weil die Programme nicht nur Schwachstellen in IT-Systemen aufdecken, sondern auch Schadcode schreiben, um diese Sicherheitslücken auszunutzen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

krone.at
krone.at
Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung