Ein schärferes Vorgehen gegen junge Straftäter hat Justizministerin Sporrer in der „Krone“ in Aussicht gestellt – Wasser auf die Mühlen der OÖVP, die seit Langem härtere Maßnahmen fordert. Dass gerade hierzulande Handlungsbedarf herrscht, ist evident: Im Vorjahr wurden 258 Jugendliche gerichtlich verurteilt.
„Jugendbande quälte monatelang einen 13-Jährigen“; „Netzwerk soll Bursch zu Straftaten erpresst haben“ – zwei „OÖ-Krone“-Schlagzeilen aus der vergangenen Woche sind beispielgebend für eine Entwicklung, die ebenso nachweisbar wie bedenklich ist: Die Kriminalität unter den ganz Jungen in unserer Gesellschaft nimmt zu. Österreichweit wurden laut Innenministerium im Vorjahr 75.724 Tatverdächtige im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität ausgeforscht – ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber 2024. Alleine 1119 von ihnen waren nicht einmal zehn Jahre alt.
Vier von zehn verurteilten Jugendlichen vorbestraft
Auch in Oberösterreich ist der langfristige Trend nicht zu negieren: Während 2016 noch 10.183 Tatverdächtige unter 21 Jahren registriert wurden, waren es im Jahr 2024 schon 11.499. Im Vorjahr sank die Zahl wieder leicht auf 10.704. Dass Handlungsbedarf gegeben ist, zeigt aber auch noch eine andere Zahl: Laut Statistik Austria wurden 2025 an oberösterreichischen Gerichten 258 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren verurteilt. Die meisten Verurteilungen gab es mit 119 am Landesgericht Linz (119), gefolgt von Wels (75), Steyr (40) und Ried im Innkreis (24). Was auffällt: Vier von zehn dieser Jugendlichen waren zum Zeitpunkt ihres Gerichtsverfahrens bereits vorbestraft.
„Aus dem Verkehr ziehen“
Der Vorstoß von Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ), straffällig gewordene Kinder in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften anhalten zu können – sprich ihnen Hausarrest zu erteilen –, nährt die Hoffnung der Landes-ÖVP, dass ihre Forderungen nach mehr Härte gegen jugendliche Straftäter nun im Bund Gehör finden: „Gerade bei Gewalt-, Wiederholungs- und Intensivtätern braucht es die Möglichkeit, sie auf Zeit aus dem Verkehr zu ziehen“, sagt OÖVP-Geschäftsführer Florian Hiegelsberger.
Erneute Forderung nach „Warnschuss-Arrest“
Für ihn reicht allerdings der angedachte Hausarrest nicht aus. Neben Sanktionen gegen „sorglose oder unkooperative Eltern, die nachweislich eine kriminelle Entwicklung ihrer Kinder begünstigen“, erneuert Hiegelsberger auch eine Forderung, mit der er sich bei der eigenen Bundespartei schon einmal kalte Füße geholt hat: Einen „Warnschuss-Arrest“ nach deutschem Vorbild, bei dem jugendliche Straftäter, die zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurden, zur Abschreckung für bis zu vier Wochen lang inhaftiert werden können, lehnte der Justizausschuss im Parlament auch mit den Stimmen der ÖVP im Vorjahr ab.
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