Für Datencenter in OÖ

Google braucht bis zu 4,4 Terawattstunden Strom

Oberösterreich
17.07.2026 11:45
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Sollte die zweite Ausbaustufe des Google-Rechenzentrums in Kronstorf (OÖ) realisiert werden, könnte diese einen weit höheren Stromverbrauch haben als bisher bekannt: Während die in Bau befindliche erste Stufe einen Jahresverbrauch von maximal 1,3 Terawattstunden (TWh) haben dürfte, wären das bei der zweiten bis zu 4,4 TWh, rechnet die Netz OÖ vor.

Zum Vergleich: Ganz Oberösterreich verbrauchte 2024 laut Energiebericht 14 TWh. Google selbst äußerte sich zum Stromverbrauch bisher allerdings nicht. Bekannt ist nur: Für die erste Ausbaustufe hat der US-Konzern 150 Megawatt Anschlussleistung reserviert, für den Maximalausbau sind es bis zu 500 Megawatt – die „Krone“ berichtete. Anschlussleistung ist aber nicht gleich Stromverbrauch: Wie viel Strom dann tatsächlich nach Kronstorf fließt, hängt davon ab, ob das Rechenzentrum dauerhaft auf maximaler Auslastung läuft.

SPÖ will UVP-Gesetz überarbeiten
Die SPÖ will nun jedenfalls das Gesetz für Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) ändern. Rechenzentren seien keine Vorhabenskategorie im UVP-Gesetz und da das Projekt die UVP-Schwellenwerte nicht erreiche, sei es nicht UVP-pflichtig, kritisiert SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr. Sie will das Thema daher in die aktuell laufenden Verhandlungen über die Novelle des UVP-Gesetzes einbringen. „Rechenzentren sind für Wirtschaft, Forschung und Digitalisierung wichtig“, betonte Herr. „Das darf aber nicht bedeuten, dass bei den Auswirkungen auf die Umwelt einfach weggeschaut wird.“

SPÖ-Landesparteichef Martin Winkler forderte einen massiven Ausbau von Hybridkraftwerken – Windparks, Agri-PV-Anlagen und Batteriespeichern. Diese „ sollten der Kern der neuen Kraftwerksstrategie werden. Zudem braucht es auch einen weiteren großen mehrstufigen Pumpspeicher und große Batteriespeicher. Auch ein mittlerer Pumpspeicher wie in Molln wäre sinnvoll“, sagte Winkler.

Protestkundgebung bei Baustelle
Ende April war der Spatenstich für das Datencenter in Kronstorf gesetzt worden. Nun wurden aber weitere Pläne eingereicht, die das gesamte 50-Hektar-Areal umfassen und den Standort zu einem der größten innerhalb des Konzerns machen sollen.

Für Freitagnachmittag hat die „Bürger:inneninitiative Rechenzentrum Kronstorf“ zu einer Kundgebung an der Baustelle aufgerufen. Sie fordert unter anderem die „bedingungslose Offenlegung aller Verträge und Deals zwischen Politik und Tech-Konzernen ab dem ersten Tag sowie ehrliche Gesamtprüfungen zu Lärm, Verkehr und Netzsicherheit“, zudem Schutz vor Lärm und negativen Auswirkungen auf das Mikroklima durch die Abwärme.

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