Kohlenmonoxid-Risiko

So gefährlich können mobile Klimageräte werden

Österreich
17.07.2026 11:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Hitze kurbelt den Einsatz von mobilen Klimageräten in Wiener Wohnungen an, und das wiederum führt durch erhöhtes Kohlenmonoxid-Risiko zu gefährlichen Situationen. Besonders betroffen sind Wohnungen mit Thermen oder Durchlauferhitzern.

„Mobile Klimageräte können den Luftaustausch in einer Wohnung so verändern, dass Abgase von Thermen oder Durchlauferhitzern nicht mehr ordnungsgemäß über den Rauchfang abgeführt werden. Dadurch kann sich das geruchlose und hochgiftige Kohlenmonoxid in der Wohnung anreichern“, sagte nun Michael Cesnek, Innungsmeister der Wiener Rauchfangkehrer. Auch die Berufsfeuerwehr hatte Anfang des Monats vor der CO-Gefahr gewarnt, nachdem eine Elfjährige mit einer Kohlenmonoxid-Vergiftung in ein Spital eingeliefert werden musste.

Hitzewelle verschärft das Risiko
Mobile Klimageräte saugen warme Raumluft an, kühlen sie und leiten die Abluft über einen Schlauch ins Freie. Dabei kann in der Wohnung ein Unterdruck entstehen. Gleichzeitig beeinträchtigen hohe Außentemperaturen den natürlichen Kaminzug. „Gerade an heißen Sommertagen kann sich im Rauchfang ein sogenannter Luftstoppel bilden. Die Abgase entweichen dann nicht mehr richtig und gelangen im schlimmsten Fall zurück in die Wohnung. Das kann innerhalb kurzer Zeit lebensgefährlich werden“, erläuterte Cesnek.

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme betrifft dieses Risiko nicht nur ältere Heizgeräte. „Auch moderne raumluftabhängige Thermen und Durchlauferhitzer sind auf eine funktionierende Luftzufuhr angewiesen. Ist diese nicht mehr gewährleistet, kann vermehrt Kohlenmonoxid entstehen und in den Raum gelangen. Bei starkem Unterdruck – wie ihn etwa mobile Klimageräte oder Dunstabzüge erzeugen – können zudem jene Sicherheitseinrichtungen beeinträchtigt werden oder ganz ausfallen, die den Austritt von Abgasen verhindern sollen“, so Cesnek.

Mehr als 6000 gefährliche Anlagen entdeckt
Die Wiener Rauchfangkehrer kontrollieren jährlich im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Hauptkehrung nicht nur Rauchfänge und Fluchtwege, sondern auch den sicheren Luftverbund in Wohnungen. „Allein im vergangenen Jahr wurden in Wien mehr als 6000 Anlagen festgestellt, von denen ein erhebliches Sicherheitsrisiko ausging und die deshalb gesperrt werden mussten“, berichtete Cesnek.

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