13.05.2020 10:34 |

Kräftiges Umsatzplus

Das haben die Österreicher in der Krise eingekauft

Zu Ausbruch der Corona-Krise haben sich die Österreicher in großem Stil mit haltbaren Lebensmitteln eingedeckt. Sogar Hamsterkäufe standen kurzzeitig an der Tagesordnung. Besonders gefragt waren Kohlgemüse, Gemüsekonserven, Tiefkühl- und Fertigprodukte. (Frisch-)Fleisch hingegen verlor deutlich an Attraktivität, dies liegt auch im Ausfall der Gastronomie begründet. Eine Renaissance hingegen erleben Bauernmärkte.

„In den letzten Wochen feierten Trockensuppen, Dosenravioli und Co. ein echtes Revival“, so Micaela Schantl, Marktforschungsleiterin der Agrarmarkt Austria, am Mittwoch über eine Analyse für das erste Quartal 2020. Auch Obst und Gemüse in Konserven oder als Tiefkühlware legten im ersten Quartal um mehr als 20 Prozent zu. Andere klassische Kochzutaten wie Eier, Kartoffeln, Frischgemüse oder Butter wurden ebenfalls viel häufiger gekauft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Ausverkauft war zeitweise auch Klopapier.

Absatzzuwachs bei Lebensmitteln startete Anfang März
„Mit dem ersten Gefühl der Unsicherheit füllten viele Haushalte ihre Grundvorräte auf“, erklärte die AMA. Mit der Ankündigung der Ausgangsbeschränkungen Mitte März machten die Österreicher dann richtige Großeinkäufe. Wocheneinkaufsmenge und -umsatz stiegen in der Lockdown-Woche (KW 11) um rund 30 Prozent gegenüber dem Wochendurchschnitt der Jahre 2017 bis 2019.

Im gesamtem März machte der Lebensmitteleinzelhandel ein wertmäßiges Plus von fast 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat - und das, obwohl viele Österreicher zeitweise mit einem mulmigen Gefühl einkaufen gingen.

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Haushalte mit niedrigem Einkommen haben ebenso gehamstert wie solche mit höherem, sie waren aber weniger ausgabenfreudig.

AMA

Keine Verteuerung von Lebensmitteln
Besonders Haushalte mit jungen Menschen und Haushalte mit älteren, berufstätigen Personen, die üblicherweise häufig außer Haus essen, deckten sich mit Grundvorräten ein. „Haushalte mit niedrigem Einkommen haben ebenso gehamstert wie solche mit höherem, sie waren aber weniger ausgabenfreudig“, so die AMA.

Schleuderei von Lebensmitteln „moralisch bedenklich“
Doch: Fleisch, Milch, Obst, Gemüse und Co. waren in den ersten Wochen der Krise und kurz vor ihrem Ausbruch weniger oft in Aktion. Der deutliche Rückgang des Aktionsanteils nach dem Lockdown spreche dafür, dass „die Schleuderei von Lebensmitteln in Krisenzeiten etwas ist, was man als moralisch bedenklich empfindet“, so AMA-Geschäftsführer Michael Blass. Aber zu einer Verteuerung von Lebensmitteln sei es nicht gekommen.

Versorgungssicherheit wichtiger als Preis
Der Anteil der Lebensmittel, die in Aktion gekauft wurden, ging nach dem Lockdown leicht zurück - von 24,9 Prozent in Kalenderwoche 11 auf 22,7 Prozent in KW 13. Den Menschen ging es wohl in erster Linie um Versorgungssicherheit, nicht so sehr um Preis und Aktionen. Der Bioanteil blieb hingegen konstant bei 9,9 Prozent, außer bei Eiern. Etwas gedämpft war die Fleischnachfrage, weil es weniger Familienfeiern oder Grillpartys gab. Auch bei Fruchtjoghurts und Milchmischgetränken war das Plus weniger stark als bei anderen Produktgruppen.

Regionalität und Saisonalität wichtiger
Bei Bauern, auf Bauernmärkten und bei Fleischhauern wurden mehr Lebensmittel verkauft. Auch bedeuten Regionalität, Frische und Saisonalität den Österreichern wieder mehr. Bauernmärkte lägen sogar „voll im Trend“, so der AMA-Geschäftsführer. Ebenso großer Beliebtheit erfreut sich der Online-Versand von Direktvermarktern bäuerlicher Produkte.

Der Ausfall der Gastronomie schmerzte die heimische Agrarwirtschaft sehr, immerhin fällt knapp ein Viertel der Umsätze bzw. Wareneinsätze auf Gastro und Hotellerie.

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