Horror-Nacht in Kiew

Selenskyj: Putin feuerte mit einer Monster-Rakete

Ukraine-Krieg
24.05.2026 10:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht auf Sonntag mit einer großangelegten Welle aus Raketen und Drohnen angegriffen. Wohnhäuser, Schulen und Infrastruktur wurden getroffen – mehrere Menschen kamen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Besonders brisant: Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj soll Russland dabei erneut die gefürchtete Hyperschallrakete „Oreschnik“ eingesetzt haben – diesmal erstmals in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt.

Nach Angaben der Behörden wurden insgesamt vier Menschen getötet. Zwei Opfer starben direkt in Kiew, zwei weitere in der umliegenden Region, wie der regionale Gouverneur Mykola Kalaschnyk mitteilte. Insgesamt wurden 56 Menschen in der Hauptstadt verletzt, 30 davon mussten in Krankenhäuser eingeliefert werden.

Tote und Verletzte in Kiew und im Umfeld
Der Angriff traf mehr als 40 Orte in der Stadt. Beschädigt wurden Wohngebäude, Büros und Schulen. In einem Stadtteil stürzte die Fassade eines fünfstöckigen Wohnhauses ein, auch der historische Unabhängigkeitsplatz (Maidan) sowie der Eingangsbereich einer U-Bahn-Station wurden beschädigt.

„Schreckliche Nacht“ für die Hauptstadt
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko sprach auf Telegram von einer „schrecklichen Nacht“. Rettungskräfte löschten Brände, räumten Trümmer und suchten nach Verschütteten. Nach Sonnenaufgang zog schwarzer Rauch über die Stadt, vielerorts lag ein beißender Brandgeruch in der Luft.

Bewohner suchten Schutz in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern. In einer Schule und einem Geschäftszentrum waren Menschen zeitweise eingeschlossen, weil Trümmer die Ausgänge blockierten.

Selenskyj: Oreschnik-Rakete nahe Kiew eingesetzt
Besondere Aufmerksamkeit gilt Berichten über den Einsatz der russischen Mittelstreckenrakete „Oreschnik“. Selenskyj erklärte in einer Videobotschaft, Russland habe die Rakete erneut eingesetzt – erstmals im Raum nahe der Hauptstadt Kiew. Nach seinen Angaben wurde sie auf die Stadt Bila Zerkwa im Kiewer Gebiet abgefeuert.

Die auch in Belarus stationierte Waffe kann laut Experten sowohl konventionelle als auch atomare Sprengköpfe tragen. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 12.000 Kilometern pro Stunde und einer Reichweite von bis zu 5000 Kilometern gilt sie als potenziell europaweit einsetzbare Waffe.

Das Balkendiagramm zeigt die Anzahl der Luftangriffe und Drohnenangriffe im Ukraine-Krieg von Februar 2022 bis April 2026. Russische Angriffe auf die Ukraine steigen deutlich an und erreichen Ende April 2026 einen Höchstwert. Ukrainische Angriffe auf Russland nehmen ab 2023 zu und überschreiten zeitweise 1.000 Angriffe pro Monat. Quelle: Armed Conflict Location & Event Data (ACLED).

Dritter Einsatz der umstrittenen Hyperschallwaffe
Laut Selenskyj handelt es sich bereits um den dritten dokumentierten Einsatz der „Oreschnik“ im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. „Das ist wirklich unverantwortlich“, sagte er. Es sei entscheidend, dass der Einsatz dieser Waffe für Russland Konsequenzen habe.

Die ukrainische Luftwaffe hatte zuvor von einem kombinierten Angriff mit rund 600 Drohnen, 90 Raketen und Marschflugkörpern gesprochen. In der Aufstellung ballistischer Waffen wurde die „Oreschnik“ zunächst nicht separat genannt. Eine Bestätigung aus Moskau lag zunächst nicht vor.

Russland schweigt, Polen aktiviert Luftstreitkräfte
Das russische Verteidigungsministerium äußert sich üblicherweise im Laufe des Tages zu eingesetzten Waffen und Zielen. Eine Stellungnahme zum aktuellen Angriff stand am Morgen noch aus.

Angesichts der massiven Angriffe aktivierte das benachbarte Polen vorsorglich seine Luftstreitkräfte. Verletzungen des polnischen Luftraums wurden jedoch nicht festgestellt.

Scharfe internationale Kritik
Internationale Kritik folgte umgehend. Der kanadische Premierminister Mark Carney verurteilte die Angriffe auf zivile Ziele scharf. Russland müsse den „illegalen Angriffskrieg“ beenden, erklärte er auf der Plattform X. Zugleich betonte er, dass Russland den Krieg verlieren werde und die Angriffe das Leid der Zivilbevölkerung nur verlängerten.

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