Juventus-Fans hatten es zuletzt nicht leicht. Nach einem sehr erfolgreichen Zyklus, der Italiens Serienmeister mit neun Meisterschaften in Folge in die Geschichtsbücher brachte, läuft es nunmehr seit Jahren gar nicht mehr rund bei der „Alten Dame“ aus Turin. Am Sonntag verpasste man die Champions League – und steckt in einem Teufelskreis.
Turin als Pulverfass! Bei schweren Ausschreitungen vor dem Derby zwischen Torino und Juventus am Sonntagabend zeigte der Fußball abermals seine hässliche Fratze. Für die Juve-Fans war es ein unrühmlicher und bitterer Abschluss einer Saison, die ohnehin schon zum Vergessen war. Denn der so stolze Serienmeister vergangener Jahre rutschte nach dem enttäuschenden 2:2 trotz 2:0-Führung im Derby am letzten Spieltag auch aus den Top-Vier der Serie A, verpasst damit die kommende Champions League. Ein finanzieller Rückschlag, der die „Bianconeri“ mit voller Wucht trifft.
Es begann mit Ronaldo
Denn die „Alte Dame“ – seit über 100 Jahren im Besitz der Familie Agnelli – machte in den letzten Jahren nur noch mit teils größenwahnsinnigen Shoppingtouren auf sich aufmerksam. Vom sportlich zwar erfolgreichen, aber finanziell riskanten Deal mit Cristiano Ronaldo 2018 erholte sich Juve nie, versucht seither krampfhaft, eine Mannschaft zusammenzustellen, die titeltauglich ist. Das Verpassen der Königsklasse ist ein weiterer Rückschlag.
875 Millionen verbrannt
Denn Juve verkam vielmehr zur Geldverbrennungs-Maschine. Stolze 875 Millionen Euro gab der Traditionsklub seit 2020 auf dem Transfermarkt aus – bei mit zwei Cuptiteln und einer Supercoppa eher überschaubarem Erfolg für die verwöhnten Tifosi. Die lieber früher als später zahlreichen Kickern das schwarz-weiß gestreifte Trikot sprichwörtlich vom Leibe reißen würden. Auch auf der Kommandobrücke beziehungsweise Trainerbank wechselte der Verein, der von Agnelli-Enkel und Ferrari-Boss John Elkann geführt wird, das Personal in einer Häufigkeit durch, die man in Turin noch nicht gesehen hat. Es ist einzig und allein den Bankkonten der FIAT-Gründungsfamilie Agnelli geschuldet, dass Juventus nicht längst in argen finanziellen Nöten ist.
30 Jahre Wartezeit
Viele Juve-Fans hatten am Wochenende dennoch kurz gejubelt: Nämlich, als Legende Alessandro Del Piero im Vereinssitz aufgekreuzt war. Die Anhänger wünschen sich längst eine Rückkehr der Ikone zum Verein – vor allem in eine Vorstandsrolle, wie sie auch Juve-Kultfigur Giorgio Chiellini schon innehat. Allerdings war Del Piero nur für einen Videodreh bei Juve, da sich neulich der letzte Champions-League-Sieg von Juventus gejährt hatte. Und zwar mittlerweile bereits zum 30. Mal!
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