Ein kurzer Einkauf, ein schneller Termin, „das Fenster ist eh offen“ – doch genau diese Denkfehler enden für Hunde jedes Jahr dramatisch. Wenn die Temperaturen steigen, wird das Auto binnen Minuten zur lebensgefährlichen Hitzefalle. Die „Krone“-Tierecke erklärt, warum schon vermeintlich harmlose Situationen tödlich enden können – und wie man richtig handelt.
„Ich bin gleich wieder da!“ Mit diesen Worten ließ eine Hundebesitzerin ihren Labrador „Balu“ vor einem Supermarkt im Auto zurück. Draußen hatte es angenehme 25 Grad, das Fenster war einen Spalt geöffnet. Als Passanten zwanzig Minuten später hektisch um das Fahrzeug standen, rang der Hund bereits nach Luft, sabberte stark und konnte kaum noch stehen.
Nur weil die Feuerwehr rasch eingriff, überlebte „Balu“. Ein Szenario, das sich im Sommer immer wieder abspielt, denn viele unterschätzen, wie schnell sich ein Fahrzeug aufheizt. Bereits nach zehn Minuten können im Innenraum Temperaturen von über 40 Grad entstehen – selbst bei mildem Wetter oder bewölktem Himmel.
Mops und Co. haben es noch schwerer
Hunde geraten dabei besonders rasch in Lebensgefahr, weil sie kaum schwitzen können. Sie regulieren ihre Körpertemperatur fast ausschließlich durchs Hecheln. Wird die Luft im Auto jedoch immer heißer, kollabiert dieses Kühlsystem. Besonders gefährdet sind ältere Tiere, kurznasige Rassen wie Möpse oder Bulldoggen, übergewichtige Hunde und Welpen.
„Es gibt keine Ausrede dafür, einen Hund bei Hitze im Auto zurückzulassen – nicht einmal für wenige Minuten“, warnt Tierecke-Leiterin Maggie Entenfellner. „Jedes Jahr erleben Tierschützer und Einsatzkräfte tragische Fälle, die völlig vermeidbar wären. Wer sein Tier liebt, nimmt es entweder mit oder lässt es an heißen Tagen zu Hause.“
Wer sein Tier liebt, nimmt es entweder mit oder lässt es an heißen Tagen zu Hause.

Maggie Entenfellner, Leiterin der Tierecke
Bild: Reinhard Holl
Jede Minute zählt
Erste Warnzeichen eines Hitzschlags sind starkes Hecheln, Unruhe, glasige Augen oder Erbrechen. Später folgen Kreislaufprobleme, Krämpfe und Bewusstlosigkeit. Dann zählt jede Minute. Wer einen Hund in einem heißen Auto entdeckt, sollte nicht wegsehen. Zunächst sollte versucht werden, den Besitzer ausfindig zu machen – etwa durch einen Aufruf im Geschäft.
Reagiert niemand und zeigt das Tier bereits deutliche Stresssymptome, müssen Polizei oder Feuerwehr verständigt werden. Ist der Hund erst einmal aus dem Fahrzeug befreit, benötigt er rasch Hilfe: Das Tier sofort in den Schatten bringen, vorsichtig mit Wasser oder nassen Tüchern kühlen und kleine Mengen Wasser zum Trinken anbieten.
Keine Eiswürfel nehmen
Besonders wichtig: den Hund nicht abrupt „runterkühlen“, da dies den Kreislauf zusätzlich belasten kann. Auch wenn sich das Tier scheinbar erholt, sollte es unbedingt tierärztlich untersucht werden, denn ein Hitzschlag kann lebensgefährliche Folgen für Organe und Kreislauf haben.
Die wichtigste Regel bleibt jedoch simpel: Hunde haben bei Sommerhitze im Auto nichts verloren – auch nicht „nur kurz“. Während wir Menschen noch schnell Besorgungen erledigen, kämpfen Tiere oft bereits um ihr Leben.
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