14.06.2019 11:21 |

US-Experte warnt:

Deepfake-Videos könnten „Gewaltausbrüche auslösen“

Die Technologie befindet sich noch relativ am Anfang, doch schon jetzt warnen Experten vor den Folgen sogenannter Deepfakes: Die mittels künstlicher Intelligenz erstellten und von realen Aufnahmen kaum zu unterscheidenden Videos könnten „gewalttätige Ausbrüche“ auslösen und die öffentliche Sicherheit gefährden.

„Die Verbreitung von Deepfakes kann zu physischen Mobilisierungen unter falschen Vorwänden anstacheln, Krisen der öffentlichen Sicherheit auslösen und Gewaltausbrüche auslösen“, so Clint Watts vom Foreign Policy Research Institute anlässlich einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus über die Gefahren der neuen Technologie, nachdem erst tags zuvor ein Video von Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg im Internet die Runde gemacht hatte.

Das Video zeigt Zuckerberg, der mit der Kontrolle von Milliarden „gestohlener“ Daten prahlt: „Stellt euch das eine Sekunde lang vor: Ein Mann mit totaler Kontrolle über Milliarden gestohlener Daten über Menschen, alle ihre Geheimnisse, ihre Leben, ihre Zukunft“, sagt der 35-Jährige. Oder will man den Zuseher zumindest Glauben machen, denn bei dem Video handelt es sich um eine Fälschung, erstellt vom britischen Künstler Bill Posters im Rahmen seines Projekts Spectre über den gefährlichen Einfluss neuer Technologien und sozialer Netzwerke im Internet.

„Schlüsselinstrument für Propagandisten“
Der Künstler machte durch die Verwendung des Hashtags #deepfake deutlich, dass es sich um eine Fälschung handelt, doch andere könnten künftig weniger gewissenhaft mit der neuen Technologie umgehen, ist Watts überzeugt: Auf künstlicher Intelligenz basierende Software zur Erstellung von Deepfake-Videos könnte zu einem Schlüsselinstrument für Propagandisten werden, warnt der US-Experte vor einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit durch „falsche Verschwörungen“.

Vorteile im „Informationskrieg“
Die Verbreitung von Deepfakes könne zu „physischen Mobilisierungen unter falschen Vorwänden anstacheln, Krisen der öffentlichen Sicherheit hervorrufen und Gewaltausbrüche auslösen“, wird Watts in einem Bericht der britischen BBC zitiert. Entscheidende Vorteile im „Informationskrieg“ erlangten dabei jene Länder, die über die fortschrittlichsten KI-Fähigkeiten und unbegrenztem Zugang zu großen Datenmengen verfügten.

Als Beispiel dafür, wie gefälschte Botschaften bereits heute Gewalt schüren, verwies Watt dem Bericht nach während seiner Anhörung auf die Flut von Falschmeldungen, die sich über den Messenger-Dienst WhatsApp im vergangenen Sommer in Indien ausbreiteten. „Die Verbreitung von Deepfake-Technologien wird die Häufigkeit und Intensität dieser gewalttätigen Ausbrüche nur erhöhen“, so Watt.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter