Bei der Pressevorstellung auf Mallorca gemeinsam mit GS Adventure, S 1000 R und R nineT war es gerade die R 1200 RT, die ich nicht als Erste fahren wollte, weil von der langen Anreise müde, geschlaucht und grantig. Nein, ich wollte mich nicht mit 274 kg über die Serpentinen quälen, sondern erst mal locker anfangen. Und wo bin ich gelandet? Klar, auf der RT – die mich gleich mal ziemlich überrascht hat.
Denn von Qual kann keine Rede sein (abgesehen davon, dass biken unter der strahlenden Sonne Mallorcas generell nicht sehr quälend sein kann). Die RT klappt so leicht in die Kurve, dass ich bei einer Blindverkostung nicht auf eine Reisehummel mit dicken Koffern kommen würde. Klar aber auch, dass ich gefordert war, um mit den Kollegen auf den anderen Bikes mitzuhalten. Beim Motorradwechsel war ich dann jedenfalls wach.
Bis dahin habe ich mich nebenbei hin und wieder mit der Topausstattung des Testmotorrades gespielt. Der optionale Schaltassistent erlaubt Rauf- und Runterschalten ohne Kupplungsbetätigung, macht das Gangwechseln bei geringen Drehzahlen aber etwas ruppig. Brauch ich nicht. Im Gegensatz zum semiaktiven ESA-Fahrwerk, das die Fuhre je nach Ambitionsgrad komfortabel oder sportlich einstellt. Das geht entweder über einen extra belegbaren Knopf oder über das gleiche intuitive Bedienmenü wie bei der großen Sechszylinderschwester, von der auch das TFT-Farbdisplay stammt, ebenso wie das Dreh-Drück-Rändelrad am linken Griff, über das alles bedient wird. Außer dem Tempomaten, der einen eigenen Schalter hat.
Aufpreis kostet auch das Radio, das in Spanien sprachlich bedingt besonders cool klingt. Ob das die Leute in den Dörfern, durch die wir fahren, auch so cool finden, sei allerdings dahingestellt. Nicht cool, sondern heiß sind die obligatorischen Heizungen für Griffe und (optional) Sitz. Nicht per Menü, sondern per Funkknopf am Schlüsselanhänger wird übrigens die Zentralverriegelung für die Koffer aktiviert.
Aber ich verliere mich in den vielen Kleinigkeiten, die es zu beschreiben gäbe. Fakt: ABS und Stabilitätskontrolle (ASC) samt den Fahrmodi "Road" und "Rain" sind Serie, "Fahrmodi Pro" mit "Dynamic" und "Hill Start Control" kostet extra. Bisher unerwähnt blieben auch der hervorragende Windschutz (einstellbarer Windschild) und die panoramaartige Sicht beim Blick in die Rückspiegel.
20.470 Euro sind der Grundpreis für die R 1200 RT, da sind die Grundfahrmodi sowie Bordcomputer und Heizgriffe schon dabei. Wie bei BMW gewohnt, empfiehlt sich die Tour durch die Aufpreisliste, wo Beilagen wie Dynamikpaket, Touringpaket und Komfortpaket um insgesamt rund 3.000 Euro das Menü noch schmackhafter machen. Bei aller Nähe zur K 1600: Kurvenlicht ist (noch) nicht zu haben.
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