Finale in Neunkirchen

Nie geplante Moschee wird nun zum Wahlkampfthema

Niederösterreich
27.05.2026 06:59

In den letzten fünf Tagen bis zur Gemeinderatswahl in Neunkirchen (NÖ) werden Gerüchte geschürt und Vorwürfe laut. Eine Moschee in der Bezirkshauptstadt wird es aber auf keinen Fall geben.

Noch fünf Tage bis zur Wahl. Wie angespannt die Situation kurz davor ist, sieht man an den immer mehr werdenden gegenseitigen Vorwürfe – vor allem zwischen den Spitzenkandidaten der ÖVP (Peter Teix) und der SPÖ (Günther Kautz). Beide rittern um den Chefsessel, in dem seit Dezember 2025 Teix sitzt. Und den er auch mit aller Kraft verteidigen möchte.

„Schmutziger Wahlkampf aus ÖVP-Ecke“
Kautz spricht von einem „schmutzigen Wahlkampf“ aus der ÖVP-Ecke. Gerüchten zufolge soll es zwischen Kautz und FPÖ-Spitzenkandidat Helmut Fiedler bereits Koalitionsabsprachen geben. Und auch eine Moschee sei geplant. Kautz betont jedoch, dass Neunkirchen weder Kirchen noch eine Moschee bauen werde. „Wir haben bereits drei islamische Gotteshäuser“, klärt er auf. Und er beschwört auch, dass es keine Absprachen mit der FPÖ gibt.

„Mit Herrn Fiedler habe ich zum letzten Mal vor vier Jahren gesprochen“, so Kautz. Mit wem er gerne koalieren würde? „Am liebsten wäre mir ein Spiel mit freien Kräften. Das ist zwar mühsam, aber es könnte besser sein als sich mit jemanden ins Bett zu legen, mit dem man gar nicht kann“, so Kautz. Für gewisse Koalitionen würde er sich auch als Vizebürgermeister zur Verfügung stellen.

Zitat Icon

Es gibt keinerlei Absprachen mit der FPÖ und es wird keine neue Moschee in Neunkirchen gebaut. 

SPÖ-Spitzenkandidat Günther Kautz

Teix beschwört, mit Gerüchten nichts zu tun zu haben
Teix selbst weiß auch nicht, woher die Moschee- und Koalitionsgerüchte der SPÖ kommen, die über Social-Media-Kanäle immer wieder aufpoppen. „Damit haben wir nichts zu tun“, beschwört er. „Ich finde es ja schon fast lustig, dass Herr Kautz reflexartig mit dem Finger auf andere zeigt. Offenbar passen ihm die jüngsten Gerüchte über SP-Pläne zum Bau einer Moschee nicht in seine parteitaktische Strategie“, reagiert ÖVP-Neunkirchen-Stadtparteiobmann Armin Zwazl auf aktuelle Medienberichte.

Eine Koalition kann sich Teix nach der Wahl mit jenen Parteien vorstellen, mit denen es gemeinsame Ziele gibt. Auch er bedauert, im Wahlkampf noch keine Gelegenheit gehabt zu haben, mit Helmut Fiedler persönlich zu sprechen. „Die anderen Spitzenkandidaten treffe ich regelmäßig bei Veranstaltungen, Herrn Fiedler jedoch nie.“

Zitat Icon

Mit mir als Bürgermeister wird es diesen Moschee-Bau jedenfalls nicht geben.

ÖVP-Bürgermeister Peter Teix

Fiedler verweist auf hohen Ausländeranteil
Fiedler hingegen setzt jetzt auf die „Ausländer-Karte“. Er fordert eine Hausordnung für Neunkirchen. „Die Zahlen in Neunkirchen sind eindeutig: Die Bevölkerungszahl österreichischer Staatsbürger ging zwischen 2015 und 2025 um 3,5 Prozent zurück, die Zahl der Nicht-Österreicher stieg um 50 Prozent an. Besonders brisant: Plus 1100 Prozent bei Afghanen, plus 535 Prozent bei Syrern“, schreibt er in einer Aussendung. 

Zitat Icon

Diese Entwicklung ist nicht schönzureden. Wer zu uns kommt, hat sich an unsere Werte, Regeln und Gesetze zu halten.

Helmut Fiedler, FPÖ-Spitzenkandidat

 

Sollte er Bürgermeister von Neunkirchner werden, plant er eine Hausordnung: „Deutsch ist Pflicht im Alltag, die heimische Kultur und unsere Werte sind zu respektieren und unsere Regeln gelten für alle. Parallelgesellschaften und Moscheen haben indes keinen Platz in Neunkirchen“, so Fiedler.

Laut Teix stieg der Anteil der Afghanen zwischen 2021 und 2026 von 91 auf 95 Personen und jener der Syrer von 157 auf 184.

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