Sa, 18. August 2018

Findiger "Faulpelz"

26.11.2015 09:30

Programmierer ließ Software seine Arbeit erledigen

Ein russischer Programmierer hat Teile seiner Arbeit und selbst den E-Mail-Verkehr mit seiner Frau, seinem Chef und seinen Kunden nicht selbst erledigt, sondern durch kleine Programme, sogenannte Scripts, erledigen lassen. Selbst das Kaffeemachen hat er mit einem Script automatisiert. Aufgeflogen ist das Vorgehen des Programmierers erst, nachdem er seine Firma verlassen hatte und Kollegen die vielen Scripts am Rechner des Mannes entdeckten.

Bekannt wurde der vom Wirtschaftsmagazin "Business Insider" aufgegriffene Fall aus Russland durch den Programmierer Nihad Abbasov, der die Scripts seines ehemaligen Kollegen auf der Programmier-Website GitHub veröffentlicht hat. Der Mann, der die Miniprogramme geschrieben hat, soll laut Abbasov "in der Konsole leben" und alles automatisieren, was mehr als neunzig Sekunden seiner Zeit beansprucht. Die Scripts erledigen alle möglichen wiederkehrenden Dinge automatisch und tragen recht geringschätzige Namen.

Scripts für Kunden, den Chef und sogar die Frau
Das Script "kumar-asshole.sh" beispielsweise automatisierte den Kontakt zu einem besonders schwierigen Kunden. Sobald dieser dem Programmierer eine E-Mail mit einem der Worte "Hilfe", "Schwierigkeiten" oder "Entschuldigung" schickte, reagierte das Script mit dem Zurücksetzen der Datenbank des Kunden auf das letzte Backup und dem Versand einer E-Mail mit dem Wortlaut "Kein Problem, mein Freund. Pass einfach nächstes Mal besser auf!"

Unter dem Namen "smack-my-bitch-up.sh" erstellte der Programmierer ein Script, das automatisch Nachrichten an seine Frau schickte, wenn es registrierte, dass er nach neun Uhr abends noch im Büro weilte. Dabei bediente sich das Script nach dem Zufallsprinzip aus einem Reservoir vorgefertigter Ausreden. Für seinen Chef hatte der Programmierer Ähnliches parat: Das Script "hangover.sh" beantwortete E-Mails des Chefs mit Ausreden wie "Bin krank, arbeite heute von zu Hause aus", wenn es registrierte, dass der Programmierer sich nicht bis 8:45 Uhr an seinem Rechner angemeldet hatte.

Selbst Kaffeemachen wurde automatisiert
Ein besonderes Highlight: Mit dem Script "fucking-coffee.sh" automatisierte der gewiefte Programmierer sogar das Kaffeemachen. Das Script verband sich mit der vernetzten Kaffeemaschine der Software-Firma, setzte nach exakt 17 Sekunden den Befehl ab, einen Kaffee zu brauen, 24 Sekunden zu warten und das Heißgetränk dann in eine Tasse zu füllen. Das entspricht offenbar genau der Zeit, die es braucht, um vom Tisch des Programmierers zur Kaffeemaschine zu gehen.

Der Russe mit den vielen Scripts ist freilich nicht der erste findige "Faulpelz", der mit einem gewissen Einfallsreichtum Arbeit auslagert. In der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte über solche Aktionen - etwa jenen über einen US-Angestellten, der seine gesamte Arbeit an einen Mann in China auslagerte, diesem ein Fünftel seines Gehalts bezahlte, sich mit der Arbeit des Chinesen brüstete und im Büro nichts anderes tat als die ganze Zeit Katzenvideos anzusehen.

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