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20.12.2014 - 04:40

Fauler Mitarbeiter bezahlte Chinesen fürs Hackln

17.01.2013, 10:07
Fauler Mitarbeiter bezahlte Chinesen fürs Hackln (Bild: thinkstockphotos.de (Symbolbild), krone.at-Grafik)
Foto: thinkstockphotos.de (Symbolbild), krone.at-Grafik
Weil er seine Arbeitszeit offenbar lieber auf Facebook und mit dem Schauen von Katzenvideos im Internet verbringen wollte, hat ein dreister US- Angestellter seine Arbeit kurzerhand nach China ausgelagert – für ein Fünftel seines Lohns. Besonders verrückt: Obwohl er selbst keinen Finger rührte, wurde der Software- Entwickler mehrfach für "seine" gute Arbeit ausgezeichnet, wie jetzt bekannt wurde.

Ins Rollen gekommen war der Fall im Zuge einer Sicherheitsuntersuchung bei einem namentlich nicht genannten US- Unternehmen, die vom Telekommunikationsdienstleister Verizon durchgeführt wurde. Wie Verizon- Mitarbeiter Andrew Valentine in einem Blogeintrag  (aktuell nur mehr über den Google Cache abrufbar) schreibt, hatte das Unternehmen seine technische Infrastruktur im Vorjahr umgekrempelt, um seinen Mitarbeitern die Heimarbeit über ein VPN (Virtual Private Network), also ein virtuelles privates Netz, zu ermöglichen.

Um sich von zu Hause in dieses verschlüsselte Netzwerk einzuloggen, erhielten Mitarbeiter einen Sicherheits- Token, mit dem sie entsprechende Zugriffscodes erstellen konnten. Wie Valentine weiter ausführt, stellte das Unternehmen schon bald darauf fest, dass sich jemand von China aus, genauer gesagt der Stadt Shenyang, in das Netzwerk einloggte – und zwar täglich. Das Merkwürdige daran: Der Zugriffscode für das Netzwerk ließ sich einem Mitarbeiter zuordnen, der in seinem Büro saß.

Das Unternehmen verdächtigte daraufhin eine bislang unbekannte Art von Malware, die es ermöglichte, den Internetverkehr von einer vertrauenswürdigen Quelle in den USA nach China und wieder zurück zu leiten. Da man sich sonst keinen Reim darauf machen konnte, zog man die Sicherheitsexperten von Verizon zu Rate. Die begaben sich auf Spurensuche und machten eine unglaubliche Entdeckung.

Billige Arbeitskraft in China engagiert

Jener Angestellte, dessen Zugriffscodes von China aus verwendet worden waren, hatte seine Arbeit an ein chinesisches Unternehmen ausgelagert – für ein Fünftel seines sechsstelligen Gehalts! Den dafür benötigten Token hatte der namentlich nicht genannte Software- Entwickler mittels des Paketdienstes FedEx nach China geschickt.

Facebook und Katzenvideos statt Arbeit

Während die billige Arbeitskraft aus dem Ausland die Arbeit verrichtete, nutzte der US- Angestellte die Arbeitszeit intensiv zum Internetsurfen. Wie eine Auswertung des Browser- Verlaufs ergab, erschien der US- Mitarbeiter in der Regel um 9 Uhr morgens zur Arbeit und verbrachte die nächsten zweieinhalb Stunden – so der Bericht wörtlich – unter anderem mit dem Schauen von Katzenvideos. Nach einer ausgedehnten Mittagspause von 11.30 bis 13 Uhr folgte die "eBay- Zeit", abgelöst durch eine Facebook- und LinkedIn- Phase zwischen 14 und 16.30 Uhr.

Für fremde Arbeit ausgezeichnet

Kurz vor dem Feierabend um 17 Uhr leitete der Mitarbeiter dann noch schnell die untertags von seinem chinesischen Angestellten erledigte Arbeit ans Management weiter, um dieses auf dem Laufenden zu halten - und die Lorbeeren einzuheimsen. Obwohl der Mitarbeiter keinen Finger krumm machte, wurde er mehrfach für seine Leistung "als bester Entwickler im Gebäude" ausgezeichnet. Der – in China geschriebene – Quellcode sei stets sehr sauber, überdurchschnittlich gut und innerhalb kurzer Zeit abgeliefert worden, hieß es.

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