Platz für Roboter-Taxi
Musk zieht den Stecker: Aus für Teslas Cybertruck
Es sollte eine automobile Revolution werden, doch nun droht dem futuristischen Elektro-Pickup das vorzeitige Aus. Tesla-Chef Elon Musk beendet die Produktion des umstrittenen Cybertrucks in Texas. An seiner Stelle soll künftig ein völlig anderes Fahrzeug vom Band rollen – eines, mit dem Musk die Zukunft des Konzerns neu erfinden will.
Wie Musk am Freitag auf der Plattform X mitteilte, soll die Produktion des Cybertrucks im Tesla-Werk im texanischen Austin Mitte 2027 eingestellt werden. Die frei werdenden Kapazitäten sind für den Bau des selbstfahrenden Robotaxis Cybercab vorgesehen. Ob der Cybertruck danach in einer anderen Fabrik weiterproduziert oder vollständig aus dem Sortiment genommen wird, ist vorerst offen.
Allerdings gilt das Werk in Austin als einzige Tesla-Anlage, in der die speziellen Bauteile für den Cybertruck hergestellt werden können. Eine Stellungnahme des Unternehmens lag zunächst nicht vor. Die Tesla-Aktie legte im vorbörslichen Handel an der Wall Street um rund zwei Prozent zu.
Weit hinter den Erwartungen
Musk selbst bezeichnete das Produktionsende als „Ende einer Ära“. Die Cybertruck-Flotte werde aber noch lange bestehen bleiben. Zudem sei der Pickup das „beste Fahrzeug, das Tesla jemals gebaut“ habe. Die Verkaufszahlen sprechen allerdings eine andere Sprache. Tesla veröffentlicht keine eigenen Absatzzahlen für den Cybertruck. Im dritten Quartal gingen die Verkäufe der Kategorie „Andere Modelle“, zu der auch das Fahrzeug zählt, gegenüber dem Vorquartal um etwa ein Drittel auf knapp 8300 zurück. Zum Vergleich: Ford setzte im selben Zeitraum rund 562.000 Pickups seiner F-Serie ab.
Laut dem Branchendienst Kelley Blue Book wurden 2025 insgesamt rund 20.000 Cybertrucks verkauft. Dabei hatte Musk vor der Markteinführung 2023 noch ein Jahresziel von 250.000 Fahrzeugen ausgegeben. Der frühere Aston-Martin-Chef Andy Palmer hält den Produktionsstopp angesichts der schwachen Nachfrage für folgerichtig. Auf Teslas Bilanz dürfte sich dieser allerdings nur minimal auswirken.
Rückschläge und Qualitätsprobleme
Schon bei seiner Präsentation 2019 sorgte der Cybertruck für Aufsehen. Ein Tesla-Mitarbeiter wollte damals die Widerstandsfähigkeit der Scheiben demonstrieren und warf eine Stahlkugel in Tennisballgröße dagegen. Das Ergebnis waren massive Risse im Glas. Auch danach blieb das Fahrzeug von Qualitätsproblemen und wiederholten Rückrufen nicht verschont. Sein gewöhnungsbedürftiges Design mit den kantigen Formen konnte sich zudem nicht gegen die etablierten Pickup-Modelle von Ford und General Motors durchsetzen.
In Europa wurde der Cybertruck überhaupt nie zugelassen. Grund dafür sind unter anderem seine spitzen Winkel und scharfen Karosseriekanten, mit denen er die Anforderungen an den Fußgängerschutz nicht erfüllt.
Alles auf das Robotaxi
Statt des Pickups soll künftig das Cybercab in Austin produziert werden. Das Fahrzeug ist ein zentraler Bestandteil von Musks Plan, Tesla stärker auf autonome Fahrzeuge und Roboter auszurichten. Das Cybercab kommt ohne Lenkrad, Pedale und Rückspiegel aus. Seine Schmetterlingstüren öffnen sich schräg nach oben. Musk sieht darin langfristig das Volumenmodell des Konzerns, das weltweit als Robotaxi zum Einsatz kommen soll.
In Austin läuft bereits ein kommerzieller Probebetrieb. Allerdings beschäftigt sich auch die US-Verkehrsbehörde NHTSA mit dem Projekt. Sie hat Ermittlungen eingeleitet, um zu prüfen, ob die Fahrzeuge den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

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