Großer Auftritt

EICMA 2026: Mailänder Muskelspiele machen Mut

Motor
07.11.2026 12:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Volle Hallen, starke Maschinen, neue Marken: Die Eicma 2026 feiert das Motorrad. Vor allem Hersteller aus China sorgen für frischen Wind und verschärfen den Wettbewerb. Die etablierten Marken halten dagegen.

Messen sind immer auch ein Muskelspiel der ausstellenden Branche. Während die europäische Autoindustrie zuletzt eher erschlafft wirkte (aber in Paris dann doch auftrumpfte), präsentiert sich die Motorradwelt auf der Eicma in Mailand wie ein frisch gestählter Bodybuilder. Volle Hallen, lange Schlangen und ein gewaltiges Neuheitenfeuerwerk zeugen von Vitalität. Auffällig viele chinesische Geschäftsleute in Anzügen drängen sich vor den Eingängen. Sie stehen sinnbildlich für einen Wandel, der die Branche zunehmend unter Druck setzt. Denn hinter der demonstrativen Stärke steckt auch ein harter Kampf um Marktanteile.

Mehr als 750 Aussteller mit über 2100 vertretenen Marken aus 52 Ländern sind in diesem Jahr nach Mailand gekommen, fast ein Drittel der Aussteller nach Veranstalterangaben Neulinge oder Rückkehrer. Zehn Messehallen sind gefüllt, doppelt so viele wie bei der ersten Eicma nach der Corona-Pause 2021. Damals stand das klassische Messekonzept angesichts hoher Kosten und zunehmend digitaler Produktpräsentationen grundsätzlich infrage. Heute erlebt die Eicma einen historischen Boom und erreicht neue Größenrekorde.

Es gilt neue Namen zu lernen
Ein wesentlicher Treiber ist der Expansionsdrang chinesischer Hersteller, die auf dem europäischen Markt weiter Fuß fassen wollen. Im Ausstellerverzeichnis entfallen rund 770 Einträge auf China, etwa 550 auf Gastgeber Italien. Und die Vielfalt wächst. Namen wie Hurba oder Liux dürften selbst eingefleischten Zweiradfans wenig sagen. Andere wie ZXMoto, Benda, Zontes oder Ultraviolette sind schon länger im Geschäft, treten mittlerweile aber mit viel Selbstbewusstsein auf. Die Kräfteverhältnisse in der Motorradwelt verschieben sich. Was der Messe zu neuen Rekorden verhilft, erhöht zugleich den Druck auf die etablierten Hersteller.

Zontes zeigt seine neue ZT853-R, die einen neuen Dreizylinder mit 150 PS bietet.
Zontes zeigt seine neue ZT853-R, die einen neuen Dreizylinder mit 150 PS bietet.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Chongqing D-Chamwin (DCW) gehört zu den in Europa wenig bekannten Herstellern aus China. Hier ...
Chongqing D-Chamwin (DCW) gehört zu den in Europa wenig bekannten Herstellern aus China. Hier die 60 PS starke Enduro YX600GY-2.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Souo heißt eine junge Motorradmarke von Great Wall Motors, die sich durch Dickschiffe mit ...
Souo heißt eine junge Motorradmarke von Great Wall Motors, die sich durch Dickschiffe mit Achtzylinder-Boxermotor einen Namen gemacht hat.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Die Corsaro GT von Moto Morini wurde bereits 2025 auf der Eicma vorgestellt. Nun dürfte der ...
Die Corsaro GT von Moto Morini wurde bereits 2025 auf der Eicma vorgestellt. Nun dürfte der europäische Markteintritt bevorstehen.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Benda steigt ins Enduro-Segment mit der neuen Capra 700 ein.
Benda steigt ins Enduro-Segment mit der neuen Capra 700 ein.(Bild: Benda)
Morbidelli feiert auf der Eicma unter anderem mit der T802-Reiseenduro-Familie ein Comeback. ...
Morbidelli feiert auf der Eicma unter anderem mit der T802-Reiseenduro-Familie ein Comeback. Zwar hat die Marke italienische Wurzeln, gehört aber mittlerweile zum chinesischen Motorradgiganten Qianjiang Motorcycle (QJ Motor).(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Bereits seit 2005 im Besitz von Qianjiang Motorcycle ist Benelli. Hier mit der neuen TRK 602, ...
Bereits seit 2005 im Besitz von Qianjiang Motorcycle ist Benelli. Hier mit der neuen TRK 602, die das Erfolgsmodell TRK 502 ablösen wird.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Der chinesische Newcomer Letbe setzt mit Modellen wie der neuen Kairos R 125 vor allem auf ...
Der chinesische Newcomer Letbe setzt mit Modellen wie der neuen Kairos R 125 vor allem auf auffälliges Design.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Auf der Eicma gibt es viele Zulieferer wie etwa Shinwin aus China, die eine Vielzahl an ...
Auf der Eicma gibt es viele Zulieferer wie etwa Shinwin aus China, die eine Vielzahl an elektrischen Antriebssystemen anbieten.(Bild: SP-X/Mario Hommen)

Denn der Boom in den Messehallen spiegelt sich nicht für jeden Aussteller in den Verkaufszahlen wider. BMW Motorrad etwa verkaufte 2025 weltweit rund 203.000 Fahrzeuge, knapp vier Prozent weniger als im Vorjahr. Statt sich zurückzuziehen, gehen die etablierten Marken in die Offensive. Auch die großen Japaner. Yamaha präsentiert gleich sieben Neuheiten und Studien, darunter mehrere Roller. Honda zeigt neue Sportmodelle, eine umfassend überarbeitete Africa Twin und zahlreiche Modellpflegemaßnahmen. Für besonderes Aufsehen sorgt die V3R900 E-Compressor, ein Naked Bike mit ungewöhnlichem V3-Motor und elektrisch angetriebenem Kompressor.

Auch Suzuki, Kawasaki, Triumph und Ducati haben etliche Neuheiten mitgebracht. Häufig handelt es sich um technische Überarbeitungen, zusätzliche Ausstattungsvarianten oder Sondermodelle. KTM ist nach wirtschaftlich turbulenten Zeiten zumindest wieder auf der Eicma vertreten. Nicht überall steht Revolution auf dem Programm. Oft geht es um Evolution.

Chinesen können nicht nur billig
Die chinesische Expansion verschärft den Wettbewerb. Hersteller wie Voge, Benda, CFMoto, Zontes oder QJMotor zeigen Motorräder nahezu aller Hubraum- und Leistungsklassen. Galten chinesische Bikes vor wenigen Jahren noch als billige und qualitativ wenig überzeugende Alternativen, haben viele inzwischen technisch und optisch aufgeholt und setzen zum Überholen an. Umfangreiche Ausstattung, moderne Elektronik, eigenständiges Design und attraktive Preise gehören längst zum guten Ton. Eindrucksvoll zeigt sich das am Stand von Kove, wo zahlreiche Maschinen nicht mehr wie billige Kopien, sondern wie ernstzunehmende Konkurrenzprodukte aussehen.

Yamaha hat die neue RW700 vorgestellt, die das Abenteuerversprechen einer Enduro mit dem Komfort ...
Yamaha hat die neue RW700 vorgestellt, die das Abenteuerversprechen einer Enduro mit dem Komfort eines Rollers in Einklang bringen will.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Mit der GSX-10R präsentiert Suzuki ein stärker auf Alltagstauglichkeit gebürsteten ...
Mit der GSX-10R präsentiert Suzuki ein stärker auf Alltagstauglichkeit gebürsteten Supersportler.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Harleys neues Einstiegsmodell Sprint 440 wurde mit Hero entwickelt.
Harleys neues Einstiegsmodell Sprint 440 wurde mit Hero entwickelt.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Eine für Österreich sicherlich interessante Kawasaki-Neuheit ist die Versys 900.
Eine für Österreich sicherlich interessante Kawasaki-Neuheit ist die Versys 900.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Ebenfalls Messepremiere feiert die Kawasaki KLE 650, die Anfang 2027 auch in Österreich antreten ...
Ebenfalls Messepremiere feiert die Kawasaki KLE 650, die Anfang 2027 auch in Österreich antreten wird.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Aprilia zeigt die auf 500 Exemplare limitierte und 220 PS starke RSV4 Obscure Special Edition.
Aprilia zeigt die auf 500 Exemplare limitierte und 220 PS starke RSV4 Obscure Special Edition.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Moto Guzzi sorgt mit The Trip für Aufsehen – mit Reihen-Twin statt V2.
Moto Guzzi sorgt mit The Trip für Aufsehen – mit Reihen-Twin statt V2.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Sehr klassisch: Royal Enfield zeigt die Continental GT 750 mit Halbschale im 60er-Stil.
Sehr klassisch: Royal Enfield zeigt die Continental GT 750 mit Halbschale im 60er-Stil.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Bei Honda steht unter anderem die neue Africa Twin im Rampenlicht.
Bei Honda steht unter anderem die neue Africa Twin im Rampenlicht.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Triumph will mit der Bonneville T40 preissensible Kunden locken.
Triumph will mit der Bonneville T40 preissensible Kunden locken.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Außerdem stellt Triumph sein Reiseflaggschiff Tiger 1200 in einer aufgefrischten Version vor.
Außerdem stellt Triumph sein Reiseflaggschiff Tiger 1200 in einer aufgefrischten Version vor.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
500 Exemplare will Ducati von der Streetfighter V4 SP auflegen, die rund 37.000 Euro plus NoVA ...
500 Exemplare will Ducati von der Streetfighter V4 SP auflegen, die rund 37.000 Euro plus NoVA kosten wird.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Suzuki hat sein Naked-Bike-Klassiker SV650 modernisiert und in SV-7S umbenannt.
Suzuki hat sein Naked-Bike-Klassiker SV650 modernisiert und in SV-7S umbenannt.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
BMW setzt mit der M 1000 RS eine neue Leistungsbestmarke im Segment der Hyper Nakeds.
BMW setzt mit der M 1000 RS eine neue Leistungsbestmarke im Segment der Hyper Nakeds.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Am Vorabend zur Eicma hat Honda auf einer eigenen Premierenshow seine neue V3R 900 gezeigt.
Am Vorabend zur Eicma hat Honda auf einer eigenen Premierenshow seine neue V3R 900 gezeigt.(Bild: Honda)
Außerdem hat Honda die Fireblade überarbeitet. Es geibt sie jetzt in drei statt zwei Varianten.
Außerdem hat Honda die Fireblade überarbeitet. Es geibt sie jetzt in drei statt zwei Varianten.(Bild: Honda)
Norton zeigt auf der Eicma die futuristisch wirkende Urban 450.
Norton zeigt auf der Eicma die futuristisch wirkende Urban 450.(Bild: SP-X/Mario Hommen)

Der Westen rüstet unten herum auf
Die etablierten Hersteller kontern unter anderem mit erschwinglicheren Einstiegsmodellen. Harley-Davidson präsentiert mit der rund 6000 Euro teuren Sprint 440 ein für die Kultmarke ungewöhnlich günstiges Motorrad. Die technische Basis stammt vom indischen Partner Hero. Auch BMW mit seiner neuen 450er-Baureihe, Triumph mit der Bonneville T40 oder Honda mit der CBR500R sprechen Kunden an, die beim Motorradkauf stärker aufs Geld schauen und längst auch chinesische Angebote vergleichen. Moto Guzzi verlässt dabei vertraute Technikpfade: Das schicke Naked Bike The Trip setzt statt auf den markentypischen V2 mit Kardanantrieb auf einen Reihenzweizylinder mit Kettenantrieb.

Die neuen Einstiegsmodelle zeigen zugleich, wie sich globale Produktions- und Entwicklungsstrukturen verschieben. Immer häufiger entstehen Motorräder in Zusammenarbeit mit asiatischen Partnern. BMW etwa kooperiert bei kleineren Modellen mit dem indischen Hersteller TVS. Solche Partnerschaften senken Kosten und erschließen neue Märkte. Zugleich werden aus Entwicklungspartnern eigenständige Konkurrenten. Das globale Geschäft wird komplexer, die Herkunft eines Motorrads zunehmend schwerer zu durchschauen.

Wie weit der Wandel reicht, zeigt auch Norton. Unter dem indischen Eigner TVS sucht die britische Traditionsmarke nach neuen Wegen. Die futuristisch gestaltete 450 Urban mit 47 PS starkem Einzylindermotor und moderner Elektronik soll die Marke für eine jüngere, urbane Kundschaft öffnen.

Chinesen wagen sich in neue Segmente
Umgekehrt drängen asiatische Hersteller zunehmend in höhere Fahrzeugklassen vor. Besonders gefragt sind weiterhin Reiseenduros und ihre zahlreichen Ableger. Bei den chinesischen Marken wächst das Angebot in hohem Tempo. Benda, bislang vor allem für Cruiser bekannt, zeigt mit der Reiseenduro Capra 700 und den Roadstern Vinster 700 und Vinster X 700 gänzlich neue Facetten.

Roller und Motorräder verschmelzen
Über alle Hersteller hinweg verschwimmen zudem zunehmend die Grenzen zwischen den zahlreich vertretenen Reiseenduros und Maxi-Scootern. Letztere treten immer häufiger mit längeren Federwegen, grobstolligen Reifen und Geländeoptik an. Yamaha treibt diese Entwicklung mit seiner neuen RW-Familie auf die Spitze. Die RW700 verbindet einen 689 Kubikzentimeter großen Zweizylindermotor und ein motorradtypisches Fahrwerk mit dem Bedienkomfort eines Rollers. Dazu gehört ein automatisiertes Sechsganggetriebe.

Mailand ist die passende Kulisse für diesen seit Jahren anhaltenden Trend. In der Metropole sind viele Straßenzüge mit Enduros und großen Rollern vollgestellt. Zweiräder sind hier nicht nur Freizeitgeräte, sondern vor allem auch praktische Verkehrsmittel. Unter der Woche geht es am Stau vorbei in die Innenstadt, am Wochenende auf Tour ins Grüne. Große Roller, Reiseenduros und ihre Mischformen meistern diesen Spagat besonders gut. Flankiert wird der Trend von immer mehr Komforttechnik wie automatisierten Schaltungen und Kupplungen sowie mehr Assistenzsystemen.

Bei Horwin denkt man groß: Der E-Scooter Senmenti 0 bietet 300 Kilometer Reichweite und kann in ...
Bei Horwin denkt man groß: Der E-Scooter Senmenti 0 bietet 300 Kilometer Reichweite und kann in 10 Minuten für 100 Kilometer nachladen.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Bereits 2025 hat sich die neue E-Motorradmarke GR1T auf der Eicma präsentiert. Neu ist die G1XR ...
Bereits 2025 hat sich die neue E-Motorradmarke GR1T auf der Eicma präsentiert. Neu ist die G1XR Raider.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Eine neue Marke aus Schweden ist Rebake mit dem Elektro-Moped Abler.
Eine neue Marke aus Schweden ist Rebake mit dem Elektro-Moped Abler.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Kove baut stylische Zweiräder. Hier das elektrische Offroadmodell Boni mit über 30 PS und 130 ...
Kove baut stylische Zweiräder. Hier das elektrische Offroadmodell Boni mit über 30 PS und 130 Kilometer Reichweite.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Silence aus Spanien hat mit dem S06 Max einen E-Roller mit 200 Kilometer Reichweite vorgestellt.
Silence aus Spanien hat mit dem S06 Max einen E-Roller mit 200 Kilometer Reichweite vorgestellt.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Yamaha will mit dem 7.800 Euro teuren Nmax E in der 125er-Klasse elektrisch angreifen.
Yamaha will mit dem 7.800 Euro teuren Nmax E in der 125er-Klasse elektrisch angreifen.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Ultraviolette aus Indien will alltagstaugliche E-Motorräder bezahlbar machen.
Ultraviolette aus Indien will alltagstaugliche E-Motorräder bezahlbar machen.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Der chinesiche E-Rollerhersteller Niu zeigt sein neues Modell FQiX500.
Der chinesiche E-Rollerhersteller Niu zeigt sein neues Modell FQiX500.(Bild: SP-X/Mario Hommen)
Kawasaki hat sein Elektropferd RMV zur Eicma gebracht. RMV steht für Robotic Multi-Legged ...
Kawasaki hat sein Elektropferd RMV zur Eicma gebracht. RMV steht für Robotic Multi-Legged Vehicle.(Bild: SP-X/Mario Hommen)

Einige neue Elektroroller
Weniger euphorisch ist die Stimmung bei den elektrischen Einspurfahrzeugen. Der große Aufbruch scheint vorerst vorbei. Neue elektrische Straßenmotorräder sind auf der Eicma selten. Hohe Preise, begrenzte Reichweiten und lange Ladezeiten bremsen weiterhin die Nachfrage. Deutlich lebendiger ist das Angebot bei Stadtrollern der 50er- und 125er-Klassen, wo elektrische Antriebe längst eine ernst zu nehmende Alternative zum Verbrenner darstellen.

Dass auch größere Elektro-Zweiräder alltagstauglich sein können, zeigen einzelne Hersteller. Ultraviolette aus Indien präsentiert mit der X-47 Venom ein 30 kW/41 PS starkes Crossover-Bike mit mehr als 200 Kilometern versprochener Reichweite für rund 8500 Euro. Horwin wiederum zeigt seinen bereits vor Jahren angekündigten Maxi-Scooter Senmenti 0 im Seriengewand. Ein 17-kWh-Akku, 400-Volt-Technik, CCS-Schnellladung und bis zu 300 Kilometer angegebene Reichweite sollen ihn auch für längere Strecken qualifizieren. Für 2027 ist der Marktstart zu einem Preis von rund 15.000 Euro angekündigt. Mit Rebake Moto präsentiert sich sogar eine neue Elektromarke aus Schweden, die mit dem Modell Abler ein vielseitig nutzbares Transportfahrzeug 2027 in der 50er- und 125er-Klasse auf den Markt bringt.

Ansonsten dominiert weiterhin das klassische Brummbrumm. Mitunter in extremer Form. Denn während am unteren Ende des Marktes um jeden Euro gekämpft wird, liefern sich die Hersteller an der Leistungsspitze ein Wettrüsten um PS und Exklusivität. Auch die Chinesen mischen mit: CFMoto demonstriert mit der V4SR-RR, einem Supersportler mit mehr als 210 PS und rund 180 Kilogramm Trockengewicht, dass man ganz oben mitspielen will. BMW hält mit der 218 PS starken M 1000 RS dagegen. Nackter Wahnsinn für in Österreich rund 50.000 Euro. Ducati wiederum setzt mit exklusiven SP-Sondermodellen auf zahlungskräftige Kunden.

Die Eicma 2026 zeigt eine Branche, die sich in viele Richtungen gleichzeitig entwickelt. Motorräder werden günstiger oder exklusiver, einfacher oder technisch anspruchsvoller, vielseitiger oder kompromissloser. Vor allem aber wird der Wettbewerb internationaler und härter. Die etablierten Hersteller müssen sich gegen neue Konkurrenten behaupten, die nicht mehr nur über den Preis kommen. Für Motorradfahrer ist das eine gute Nachricht: Vielfalt und Auswahl waren noch nie so groß.

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