Ein ungewöhnlicher Gruß am St. Pöltner Stadtrand soll zum Nachdenken anregen – und sorgt für Protest: Die FPÖ kritisiert das Kunstwerk „Grüss Göttin“. Eine Bürgerplattform verlangt dessen Entfernung und schaltet sogar Bischof Alois Schwarz ein.
„Grüß Gott“ steht auf vielen Schildern in Österreich. Warum nicht zur Abwechslung „Grüß Göttin“? Dieser Gedanke brachte die Tiroler Künstlerin Ursula Beiler auf die Idee für ihre Installation. Seit Ende Oktober begrüßt das Schild Autofahrer an der Mariazeller Straße bei der Park-&-Ride-Anlage St. Pölten Süd. Bis zu 30.000 Fahrzeuge passieren dort täglich.
Die Künstlerin will mit dem veränderten Gruß zum Nachdenken anregen. Dass ihr Werk Diskussionen auslöst, ist nicht neu: Das 2008 konzipierte Schild stand zunächst an der Inntalautobahn bei Kufstein, später war es auch in Graz und Innsbruck zu sehen. Nach einem Jahr Standortsuche wurde es nun in St. Pölten enthüllt.
FPÖ verlangt Auskunft über die Kosten
Bei der FPÖ stößt der Gruß auf wenig Gegenliebe. Landesrat und Gemeinderat Martin Antauer spricht von „feministischer Symbolpolitik“. Die Stadtregierung beschäftige sich mit einem Kunstprojekt, während die Bevölkerung mit Teuerung und Alltagsproblemen kämpfe, kritisiert er.
Antauer fordert SPÖ-Bürgermeister Matthias Stadler auf, die Kosten für Aufstellung und Wartung offenzulegen. Auch FPÖ-Stadträtin Irene Höfner lehnt das Schild ab: Frauen bräuchten Unterstützung im Alltag, Sicherheit, faire Chancen und Respekt statt „ideologischer Schilder“.
Bürgerplattform wendet sich an den Bischof
Auch die Bürgerplattform „Pro St. Pölten“ protestiert gegen die Installation. Ulrike Nesslinger wandte sich mit ihrer Kritik sogar an Bischof Alois Schwarz. Im Namen der Kunst werde mit dem Namen Gottes „Schindluder getrieben“, heißt es in dem Schreiben. Die Plattform fordert den Bischof auf, Schritte zur Entfernung „dieser Provokation“ zu setzen.
Künstlerin wollte den gewohnten Gruß verändern
Für Beiler stand hingegen eine einfache Frage am Anfang: „Praktisch an allen touristischen Plätzen, aber auch Ortschaften, steht ein Schild mit der Aufschrift ,Grüß Gott‘. Wieso nicht einmal zur Abwechslung ,Grüß Göttin‘?“ Die in Silz in Tirol lebende Künstlerin arbeitet unter anderem mit Holz, Stein, Metall, Eis und Feuer. „Grüss Göttin“ zählt laut Stadt zu ihren bekanntesten Arbeiten in Österreich.
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