Zum 6:0-Kantersieg gab‘s nach Schlusspfiff gleich noch ein Schmankerl für alle Fans (samt dezentem Seitenhieb Richtung Wien-Favoriten): Die Rapid-Spieler feierten die Galavorstellung gegen den WAC am Freitagabend mit einem neuen Fan-Leiberl.
Geschäftstüchtig sind sie ja schon, die Hütteldorfer. Eine Woche nach dem Derby-Sieg gab‘s nicht nur das nächste sportliche Highlight, sondern auch gleich eine wirtschaftliche Verwertung der fußballerischen Vormachtstellung innerhalb der Bundeshauptstadt. „Wir sind Rapid. Die Nummer 1 in Wien“, prangt auf den ganz neuen Fan-Shirts, die ab sofort im Rapid-Fanshop erhältlich sind und am Freitag präsentiert wurden. Der Rahmen war freilich perfekt: ein 6:0 gegen Tabellenschlusslicht WAC, jede Menge Euphorie und glückselige Fans. Da musste das neue Fan-Utensil natürlich hergezeigt werden.
Zuletzt 1950/51
Durch den Kantersieg, den Petter Nosa Dahl und Ercan Kara mit Doppelpacks sowie Tonni Adamsen und Claudy Mbuyi sicherstellten, hat Rapid in den erst zwölf Runden elfmal gewonnen. Das gab es zuletzt in der Saison 1950/51. „Das ist ganz allein das Verdienst der Spieler, denn sie sind es, die das geschafft haben“, erklärte Hoff Thorup, der mit einigen Korrekturen in der Halbzeitpause das Schützenfest gegen den WAC orchestriert hatte. „Die erste Halbzeit verlief mir etwas zu offen, etwas zu unkontrolliert“, sagte der 37-Jährige trotz einer 2:0-Führung.
Im zweiten Abschnitt kam der grün-weiße Zug aber so richtig ins Rollen, vier weitere Tore waren die Folge. „Es gibt Momente, in denen diese Mannschaft so spielt, dass ich es wirklich genieße, einfach ganz nah bei ihnen zu stehen und ihnen beim Fußballspielen zuzusehen“, schwärmte der sonst eher gelassene Coach. „Ich finde das vierte Tor unglaublich. Ich kann mich nicht erinnern, wie viele Pässe wir gespielt haben, als der Angriff von hinten begann bis zur Torchance, bei der Tonni den Ball in ein völlig leeres Tor schieben konnte. Das war fantastisch.“
Während Rapid defensiv bis auf eine Szene gut stand, hatte die Offensive der Wiener keine Mühe mit den Lavanttalern. Yusuf Demir hatte bei fast jedem Angriff seine Füße im Spiel und setzte seine Stürmer immer wieder in Szene. „Es macht derzeit einfach richtig Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen“, meinte Goalgetter Kara, der so wie Dahl nun bei je sieben Toren hält. Für Hoff Thorup ist dies das Ergebnis des intensiven Trainings. „Ich gebe ihnen den Rahmen, ich gebe ihnen die Lösungen, und sie müssen da ihre Kreativität unter Beweis stellen“, sagte der 37-Jährige über seine Spieler. Er warnte aber auch. „Wir müssen realistisch bleiben. Man kann nicht erwarten, dass wir jedes Mal sechs Tore schießen.“
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