Da hatten einige Bürgermeister in Salzburg plötzlich Schnappatmung: Diese Woche teilte das Land den Gemeinden mit, dass sie im kommenden Jahr mehr für Pflege, Behinderte oder Jugend zahlen müssen. Das stößt Ortschefs sauer auf, obwohl deren Landessprecher relativiert...
Die Pflege als ständiges Leidensthema der Gemeinden: Vor kurzer Zeit klagten die Gemeinden noch über zu wenig Pflegepersonal. Hunderte Betten im Land standen leer. Doch: Die Lage entspannt sich aktuell. Heime sind besser ausgelastet, es gibt wieder mehr Pflegekräfte. Mit einer gravierenden Folge: Die Abgaben der Gemeinden ans Land – etwa für Sozialleistungen – steigen enorm.
Für mich heißt diese Erhöhung, dass ich bei anderen Projekten enger ansetzen oder Mittel sogar streichen muss.

David Egger, Ortschef Neumarkt
Bild: Stadt Neumarkt
Diese Woche flatterte ein Brief des Landes in die Gemeindestuben: Mehr Pflegepersonal, höhere Tarife für Seniorenheime, mehr Hilfen für Behinderte und Jugendwohlfahrt – das alles kostet Geld. Die Orte werden stärker zur Kasse gebeten.
„Soll ich bei Straßen oder beim Kanal streichen?“
Neumarkts Stadtchef David Egger (SPÖ) befürchtet Engpässe: „Bei uns sind es 19 Prozent mehr als im vorigen Jahr. Wir sind gerade in der Budgeterstellung. Das heißt, ich muss bei anderen Projekten enger ansetzen oder Mittel streichen!“
In konkreten Zahlen heißt das: Neumarkt zahlte 2026 1,6 Millionen Euro an Transferzahlungen – 2027 werden es 1,9 Millionen sein. Egger: „Das sind zehn Prozent unseres Gesamtbudgets. Wo soll ich das runter streichen? Beim Fußballplatz, bei Straßensanierungen, bei Kanalbauten?“ So wie Egger geht es quasi allen Orten im Land.
Manfred Sampl (ÖVP), Gemeindesprecher und selbst Bürgermeister von St. Michael bestätigt: „Ja, das wird für einige Gemeinden sicher unangenehm. Aber man muss auch fair bleiben: Dieses Geld kommt direkt in der Bevölkerung an.“
Das Land hat genau die gleichen Erhöhungen zu schlucken.

Manfred Sampl, Gemeindeverbands Obmann Salzburg
Bild: Andreas Tröster
Die Zahl der leeren Pflegebetten habe sich massiv reduziert. Die Mittel gehen direkt an Senioren, an Behinderte, an Jugendliche. Sampl: „Das Geld fällt nicht vom Himmel. In den Gemeinden haben wir uns alle dafür ausgesprochen, dass wir den Pflegebonus behalten und wir mehr Pflegekräfte wollen. Das muss eben auch von uns allen bezahlt werden.“ Er springt dem Land zur Seite: „Das Land hat genau die gleichen Erhöhungen zu schlucken.“
Trotzdem betont er, dass es für einige Gemeinden schwierig sei, das Geld aufzubringen – ob es mehr Gemeinden in den Ausgleich treibt, könne man aktuell noch nicht beantworten.
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