Der umstrittene FIFA-Präsident Gianni Infantino kommt einer Wiederwahl immer näher. Auch die Karibische Fußballunion (CFU) kündigte an, geschlossen für den Schweizer zu stimmen. Die CFU hat 31 Mitgliedsverbände, 25 davon dürfen an der Wahl des Fußball-Weltverbandschefs teilnehmen. Der Karibikverband weicht damit auch von der Haltung der kontinentalen Dachorganisation CONCACAF ab, die sich gegen Infantino gestellt hatte.
Die CFU erklärte, sie habe sich nach Beratungen mit allen Mitgliedern für die gemeinsame Position und die Bestätigung von Infantino entschieden. Als Grund wurde die Finanzhilfe der FIFA bei der Entwicklung des Fußballs in der Region genannt. Der Verband fügte aber auch hinzu: „In diesem Sinne fordert die CFU weiterhin mehr Transparenz, eine verantwortungsvolle Führung sowie grundlegende Reformen innerhalb der Fußballfamilie.“
Großes Stimmenpaket schon für Infantino
Infantino strebt beim FIFA-Kongress am 18. März 2027 die Wiederwahl für eine vierte Amtszeit an. Die Rückendeckung für den 56-Jährigen war zuletzt wieder deutlich gewachsen. Der Präsident von Asiens Kontinentalverband AFC, Scheich Salman bin Ibrahim al-Chalifa, hatte Infantino seine „uneingeschränkte Unterstützung“ zugesichert. Aus Afrika, Südamerika und Ozeanien kann der FIFA-Boss ebenso mit insgesamt vielen Stimmen rechnen.
Mit seinem gescheiterten Plan, WM-Rechte an private Investoren zu verkaufen, hatte Infantino im Sommer massive Kritik ausgelöst. Der FIFA-Chef müht sich seither mit einigem Erfolg, die Front seiner Rivalen aufzubrechen und genügend Stimmen für einen Verbleib an der Spitze einzusammeln.
Kandidiert Wenger?
Bis zum 18. November müssen Kandidaten ihre Bewerbung für die Wahl des FIFA-Präsidenten beim Weltverband hinterlegen. Der Ehrenvorsitzende des japanischen Fußballverbands, Kozo Tashima, hatte angekündigt, gegen Infantino antreten zu wollen. Auch der frühere Schweizer Fußballprofi Ramon Vega strebt eine Kandidatur an. Beiden werden aber nur wenig Chancen eingeräumt.
Offen ist noch, ob auch die Europäische Fußball-Union UEFA als schärfster Widersacher von Infantino einen Gegenkandidaten aufbieten kann. Immer wieder wird dabei der Name von Arsene Wenger (77) genannt. Medienberichten zufolge will sich der Franzose in der kommenden Woche erklären. Wenger war lange Trainer des englischen Klubs Arsenal und ist derzeit Direktor für die globale Fußball-Entwicklung bei der FIFA. Zuletzt war er auf Distanz zu Infantino gegangen.
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