Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die das Leben der Betroffenen in vielen Bereichen stark beeinflussen kann. Effektive Therapien ermöglichen den Patienten eine bessere Lebensqualität.
Typische Symptome bei Psoriasis sind gerötete, schuppende Hautstellen, die häufig an Ellenbogen, Knien oder der Kopfhaut auftreten. Manchmal sind sogar die Nägel betroffen. Die Erkrankung kann jedoch weitreichende Folgen haben.
Weit mehr als ein kosmetisches Problem
Sichtbare Hautveränderungen können mitunter zu Schamgefühlen, sozialem Rückzug und einer erheblichen psychischen Belastung führen, wie Dermatologin Dr. Carina Borst, MedUni Wien, berichtet. Vor allem dann, wenn auffällige Stellen an Händen, Gesicht oder Kopfhaut auftreten, kann dies das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Hinzu kommen Juckreiz oder Schmerzen, die den Alltag erschweren. Eine frühzeitige Therapie kann beitragen, die Entzündungsaktivität zu reduzieren.
Es ist wichtig, nicht nur die Haut, sondern den Menschen als Ganzes im Blick zu haben und mögliche Begleiterkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Dermatologin Dr. Carina Borst, MedUni Wien
Bild: Diverse Fotografen honorarfrei
„Besonders wichtig ist es, auch auf Begleiterkrankungen außerhalb der Haut zu achten. Ein Teil der Psoriasis-PatientInnen entwickelt im Laufe der Zeit eine Psoriasisarthritis, bei der auch Gelenke und Sehnenansätze entzündet sein können. Bestimmte andere Krankheiten, wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Depression treten bei Betroffenen häufiger auf. Deshalb ist es wichtig, bei der Betreuung nicht nur die Haut, sondern den Menschen als Ganzes im Blick zu haben und mögliche Begleiterkrankungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln“, so die Dermatologin.
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Bei leichter Psoriasis reichen häufig äußerlich angewendete Cremes, Salben oder medizinische Lösungen aus. Bei mittelschweren bis schweren Verläufen stehen weitere Therapieoptionen zur Verfügung. „Dazu zählen die medizinische UV-Lichttherapie, klassische Systemtherapien und moderne Behandlungsansätze wie Biologika oder zielgerichtete kleine Moleküle. Einige dieser Therapien sind bereits für die Behandlung von Kindern verfügbar“, erklärt Dr. Borst.
Erscheinungsfreie Haut ist ein realistisches Ziel
Während früher oft lediglich versucht wurde, die Beschwerden zu lindern, sind die Therapieziele heute deutlich ambitionierter. Moderne Medikamente ermöglichen vielen Patienten eine nahezu oder vollständig erscheinungsfreie Haut, weniger Juckreiz und Schmerzen sowie eine bessere soziale Teilhabe. So können sie ihren Alltag wieder unbeschwert gestalten. „Auch schwierig zu behandelnde Areale wie die Kopfhaut, Nägel, Hände, Füße oder der Intimbereich lassen sich heute deutlich besser behandeln als noch vor einigen Jahren. Dennoch kann die Therapie dieser Bereiche mitunter mehr Geduld erfordern“, führt Dr. Borst weiter aus.
Regelmäßige Kontrolle und aktive Mitarbeit
Damit eine Behandlung langfristig erfolgreich bleibt, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig, wie die Hautärztin betont. Nach etwa drei bis vier Monaten sollte daher die Wirksamkeit der Behandlung beurteilt und besprochen werden, ob eine Anpassung sinnvoll wäre.
Neben der medizinischen Behandlung können Betroffene selbst zum Therapieerfolg beitragen. Dr. Borst: „Konsequente Hautpflege ist der Grundstein der Behandlung. Sie unterstützt die Hautbarriere, kann Trockenheit und Reizungen reduzieren und trägt dazu bei, die Haut insgesamt widerstandsfähiger zu machen.“
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