Weltweite Zeitänderung

Neue Regeln ab 2027: Ende der Schaltsekunde fix

Wissen
31.10.2026 10:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

Für die Zeitmessung ist es eine historische Entscheidung: Die Schaltsekunde wird abgeschafft. Ab 20. Mai 2027 gelten für die Weltzeit neue Regeln.

Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CGPM) hat in Versailles beschlossen, dass ab kommendem Jahr eine fortlaufende Koordinierte Weltzeit gelten soll. Das bedeutet das endgültige Aus der Schaltsekunde.

Bisher 27 Schaltsekunden
Grund für die Zeitänderungen sind zwei verschiedene Zeitskalen. Die Koordinierte Weltzeit UTC beruht auf Atomuhren und läuft absolut gleichmäßig. Die astronomische Zeit UT1 richtet sich hingegen nach der Drehung der Erde, und die schwankt leicht. Seit 1972 wurde insgesamt 27 Mal eine Sekunde eingeschoben. Damit sollte sichergestellt werden, dass beide Zeiten nicht mehr als 0,9 Sekunden auseinanderliegen.

Für uns Menschen kaum merkbar
Während Menschen einen solch kleinen Sprung kaum wahrnehmen, ist er für die Technik spürbar. Für Rechenzentren, Telekommunikation, Satellitennavigation und Stromnetze könnte eine plötzlich eingeschobene Sekunde Chaos bedeuten.

Ein weiterer Grund für die Entscheidung ist die Entwicklung der Erdrotation. Während sich die Erde über lange Zeiträume hinweg durch Gezeitenkräfte verlangsamt, hat sie sich in den vergangenen Jahren zeitweise etwas schneller gedreht. Dadurch entstand die Möglichkeit, dass erstmals eine sogenannte negative Schaltsekunde erforderlich werden könnte. Dabei müsste eine Sekunde abgezogen statt hinzugefügt werden. Das wurde bis jetzt allerdings nie gemacht, weshalb es Unsicherheiten darüber gibt, wie zuverlässig technische Systeme damit umgehen würden.

Bis zu einer Stunde Differenz
Die neue Vorgabe erlaubt künftig eine größere Differenz zwischen UTC und der astronomischen Zeit. Sie kann bis zu 3.600 Sekunden, also einer Stunde, betragen. Bis es dazu kommt und eine Korrektur notwendig wird, wird es allerdings noch etwas dauern, so Experten.

Mit der neuen Regelung soll die internationale Zeitmessung langfristig also einfacher und zuverlässiger werden. Besonders digitale Systeme sollen künftig nicht mehr mit den unregelmäßigen Einfügungen zusätzlicher Sekunden umgehen müssen.

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