Es ist aber kein Golf

VW bringt stärksten GTI – und das mit Heckantrieb!

Motor
16.09.2026 10:00

50 Jahre lang war GTI bei Volkswagen untrennbar mit Verbrennungsmotor und Frontantrieb verbunden. Jetzt dreht VW das Rezept um: Der neue ID.3 GTI ist elektrisch, 326 PS stark und der erste GTI überhaupt mit Hinterradantrieb.

Ein GTI ohne Benziner ist so gewöhnungsbedürftig wie ein Wörthersee-Treffen ohne tiefergelegten Golf. Volkswagen zieht es trotzdem durch - und macht den ID.3 zum stärksten Serien-GTI der bisherigen Markengeschichte.

240 kW/326 PS und 545 Nm liefert der neue ID.3 GTI. Damit übertrifft er alle bisherigen Serienmodelle mit den berühmten drei Buchstaben. Mit Launch Control geht es in 5,6 Sekunden von null auf 100 km/h, bei 200 km/h wird elektronisch abgeregelt. 

Basis ist der neue VW ID.3 Neo mit der weiterentwickelten MEB+-Architektur. Die permanenterregte Synchronmaschine trägt die Bezeichnung APP550. Energie liefert eine Batterie mit 79 kWh netto. VW prognostiziert bis zu 601 Kilometer WLTP-Reichweite. Am Schnelllader sind maximal 183 kW möglich, von null auf 80 Prozent sollen rund 29 Minuten vergehen. 

(Bild: ingobarenschee.com ingo barenschee)

Damit will der GTI bewusst kein elektrischer Kurzstrecken-Hooligan sein, sondern weiterhin Alltagsauto bleiben. Und genau das gehört seit jeher zum GTI-Rezept: schnell genug für Spaß, praktisch genug fürs tägliche Leben.

Fahrwerk wird deutlich nachgeschärft
Der GTI hat serienmäßig ein spezifisch abgestimmtes adaptives DCC-Sportfahrwerk, Progressivlenkung und einen weiterentwickelten Fahrdynamikmanager.

Neu sind unter anderem Federn, Dämpfer, Stabilisatoren und die Elastokinematik der Vorderachse. Auch die Reifen wurden speziell für den GTI abgestimmt. Im Individual-Modus bleibt das Fahrwerk breit einstellbar, ein neuer GTI-Modus schaltet dagegen Antrieb, Lenkung und DCC mit einem Tastendruck auf maximale Sportlichkeit. 

(Bild: ingobarenschee.com ingo barenschee)
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Dafür sitzt unten im Lenkrad eine eigene beleuchtete GTI-Taste. Drückt man sie, färbt sich die Ambientebeleuchtung rot, das Digital Cockpit wechselt die Grafik und die Launch Control steht bereit.

Und weil ein Elektroauto nun einmal keinen Motor für akustisch geweckte Emotionen hat, hilft VW digital nach: Im GTI-Modus wird im Innenraum ein Verbrennungsmotor-Sound eingespielt. Ob der inspiriert oder man eher die Abschaltmöglichkeit nutzen wird, muss erst eine Probefahrt zeigen.

Der Wörthersee rollt mit
Optisch wird ordentlich GTI-Geschichte zitiert. Der rote Streifen zwischen den Scheinwerfern erinnert an den Kühlergrillrahmen des Ur-GTI von 1976, dazu kommen Wabengitter, rote Akzente, schwarze Außenspiegel und ein spezieller Frontsplitter.

Besonders nett aus österreichischer Sicht: Die serienmäßigen 20-Zoll-Räder heißen „Wörthersee“ – ausdrücklich als Hommage an das legendäre GTI-Treffen. Der kommende ID. Polo GTI bekommt dieselbe Grundidee eine Nummer kleiner in 19 Zoll. Und auch die klassische GTI-Farbe Tornadorot kehrt zurück.

(Bild: ingobarenschee.com ingo barenschee)
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Auf GTI getrimmtes Cockpit
Innen versucht Volkswagen ebenfalls, alte GTI-Codes in die neue Zeit zu übertragen. Die Sportsitze tragen ein neu interpretiertes Karomuster namens „Superclark“, rote Akzente ziehen sich durchs Cockpit und im Lenkrad sitzt eine rote 12-Uhr-Markierung.

Noch wichtiger: Volkswagen korrigiert gleichzeitig einige der umstrittensten Eigenheiten der bisherigen ID.-Generation. Unter dem 12,9-Zoll-Touchscreen sitzt eine echte Tastenleiste für die Klimatisierung, in der Mittelkonsole gibt es einen klassischen Drehregler für Lautstärke und Titelsprung. Das Fahrerdisplay wächst auf 10,25 Zoll.

Zweiter Elektro-GTI
Der ID.3 GTI kommt zudem nicht allein. Bereits zuvor feierte der ID. Polo GTI als erster elektrischer GTI Premiere. Der ID.3 ist damit Nummer zwei – und gleichzeitig das deutlich leistungsstärkere Auto.

VW hat einem der unemotionalsten Modelle der Marke eine Ladung GTI-Emotionen übergestülpt. Das zeigt die neue Ausrichtung im Konzern, wo sie sich von den nüchternen ID-Modellen verabschieden. Ob 326 PS und rote Karos allein reichen, um aus einem schnellen ID.3 tatsächlich einen echten GTI zu machen, lässt sich aus einem Datenblatt nicht beantworten.

Entscheidend werden Lenkung, Fahrwerk, Gewicht und vor allem die Frage sein, ob der elektrische Hecktriebler jene spielerische Leichtigkeit besitzt, die gute GTIs immer ausgezeichnet hat. Und überhaupt: wie es sich anfühlt, mit ihm umzugehen.

Der Marktstart ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.

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