Günther „Gunkl“ Paal

Geständnis: TV-Star soll Kind missbraucht haben

Österreich
16.09.2026 12:26

Erneut erschüttert ein Skandal Österreichs Künstlerszene: Wie im „Fall Teichtmeister“ laufen heikle Ermittlungen der Wiener Staatsanwaltschaft gegen den Schauspieler und Kabarettisten Günther „Gunkl“ Paal und zwei Frauen. Bei dem Krimi geht es neben dem Besitz von Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger auch um schwere Erpressung und Kindesmissbrauch. Die „Krone“ kennt die brisanten Details.

Er ist eine Fixgröße auf den Bühnen dieses Landes, den Fernseh-Bildschirmen und in Kinofilmen: Günther Paal. Jetzt liegen dunkle Wolken über der bisherigen Vorzeige-Karriere des unter dem Namen „Gunkl“ auftretenden Schauspielers.

Der Akt im Landesgericht Wien könnte auch das Drehbuch für einen neuen TV-Krimi sein. Alles beginnt vor Jahren mit dem mutmaßlichen Missbrauch der kleinen Tochter seiner damaligen Bekannten. Doch anstatt ihren Freund anzuzeigen, wird die Frau selbst kriminell.

„Gunkl“ wurde nach einem mutmaßlichen Kindesmissbrauch erpresst.
„Gunkl“ wurde nach einem mutmaßlichen Kindesmissbrauch erpresst.(Bild: APA/EVA MANHART, Krone KREATIV)

Statt Strafanzeige erpresst ihn Frau
Sie verzichtet auf eine Anzeige und erpresst „Gunkl“ stattdessen gemeinsam mit einer Verwandten. Nachdem das Duo mehrere Zehntausend Euro für ihr Stillschweigen abkassiert haben soll, tritt der Beschuldigte die Flucht nach vorn an.

Der in der Öffentlichkeit bekannte TV-Star erstattet Selbstanzeige, was rechtlich im Kern gesehen wie ein Schuldeingeständnis zu werten ist. Bei einer Hausdurchsuchung sollen die Ermittler zudem missbräuchliche Darstellungen Unmündiger gefunden haben.

Günther Paals Premiere am Dienstag wurde abgesagt.
Günther Paals Premiere am Dienstag wurde abgesagt.(Bild: Imre Antal)
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Ich kann ein Ermittlungsverfahren bestätigen. Die Strafandrohung reicht von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Haft.

Judith Ziska, Sprecherin der Staatsanwaltschaft

Staatsanwaltschaft und Anwalt bestätigten Ermittlungen
Gegenüber der „Krone“ nahm die Staatsanwaltschaft Wien zu dem brisanten Akt bereits am Dienstag Stellung. „Wir ermitteln in zwei Verdachtsfällen. Die Strafandrohung reicht von sechs Monaten bis zu fünf Jahren Haft“, so Sprecherin Judith Ziska.

Namensnennung

Sie fragen sich vielleicht, warum der Name des Verdächtigen im ersten Artikel zunächst nicht zu lesen war. Zur Erklärung: Auch im Fall Teichtmeister wusste die „Krone“ schon lange vor der Anklage, dass die schweren Vorwürfe seine Person betreffen. Trotzdem entschieden wir uns im Anfangsstadium der Ermittlungen für eine anonymisierte Berichterstattung.

Im aktuellen Fall hat der ORF den Namen seines ehemaligen Stars öffentlich gemacht. Außerdem wurde Anklage eingereicht. Somit nennen auch wir den mutmaßlichen Täter.

Anklage gegen alle drei Beteiligten
Auch dessen bekannter Anwalt Florian Höllwarth bestätigt die Vorwürfe: „Gegen Günther Paal wird seit Mai 2026 ein Ermittlungsverfahren geführt, wobei die Vorwürfe teils über 13 Jahre zurückliegen. Mein Mandant hat eine umfassende Selbstanzeige erstattet, auf deren Inhalt derzeit nicht Bezug genommen werden kann.“ Weiters wurde seitens seines Mandanten gegen zwei Damen „gleichzeitig mit der Selbstanzeige eine Anzeige wegen Verdachts der schweren Erpressung getätigt“. Gegen alle drei Beteiligten wurde Anklage erhoben.

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Gleichzeitig mit der Selbstanzeige tätigte mein Mandant eine Anzeige wegen des Verdachts der schweren Erpressung.

Florian Höllwarth vertritt den Verdächtigen.

Düstere Parallelen zum „Fall Teichtmeister“
Während für die mutmaßlichen Erpresserinnen die Handschellen klickten, bleibt der TV-Star bis zu einer allfälligen Verurteilung auf freiem Fuß. Die Justiz sieht keine Flucht- oder Verdunkelungsgefahr, es gilt die Unschuldsvermutung. Die düsteren Parallelen zum „Fall Teichtmeister“ sind unverkennbar. Auch bei dem letztlich rechtskräftig zu bedingter Haft auf Bewährung verurteilten Schauspieler wurde einschlägiges Material gefunden.

Der Skandal löste eine landesweite Debatte über Gesetzesänderungen beim Kinderschutz und den Umgang mit Missbrauchsdarstellungen in der Kulturszene aus.

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