Ölpreis steigt wieder

Foto zeigt stark beschädigte saudische Pipeline

Ausland
14.09.2026 11:50
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wie berichtet, wurde die saudische Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der faktisch blockierten Straße von Hormuz große Mengen Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, nach Angriffen auf die Leitung in den Regionen Riad und Medina vorsorglich stillgelegt. Nun sind Satellitenaufnahmen veröffentlicht worden, die das Schadensausmaß zeigen. Unterdessen haben die Ölpreise zum Wochenstart weiter zugelegt.

Nach ihrem Vormarsch im Bürgerkriegsland Jemen verstärken die pro-iranischen Houthi auch ihre Angriffe auf Saudi-Arabien. Die mit dem Iran verbündete Miliz habe einen Armeestützpunkt im Süden Saudi-Arabiens mit Drohnen und Raketen angegriffen, erklärte der Houthi-Militärsprecher Yahya Saree am Sonntag im Onlinedienst X.

Der Angriff auf den saudi-arabischen Stützpunkt Sharurah habe „Waffendepots sowie Kommando- und Kontrollzentren“ gegolten, erklärte Houthi-Sprecher Saree. Wann der Angriff genau erfolgte, teilte er zunächst nicht mit. Der Golfstaat reagierte seinerseits mit zahlreichen Luftangriffen, wobei nach Houthi-Angaben der Flughafen der Hafenstadt Mokka getroffen wurde. Die Houthi hatten zuvor auch Mokka unter ihre Kontrolle gebracht. Auch die jemenitischen Regierungstruppen meldeten Angriffe auf Houthi-Stellungen im Südwesten des Jemen. Rund 1400 Menschen flohen vor den Kämpfen ins benachbarte Dschibuti.

Einige Tage zuvor war auf Satellitenbildern dichter Rauch über der Anlage zu sehen.
Einige Tage zuvor war auf Satellitenbildern dichter Rauch über der Anlage zu sehen.(Bild: AFP/AFP PHOTO/© 2026 Copernicus Sentinel Data/HANDOUT)

Nach und nach wird Schadensausmaß an Pumpstation klarer
Die Houthi-Miliz hatte in den vergangenen Tagen einen großangelegten Vorstoß unternommen und bei Kämpfen gegen jemenitische Regierungstruppen die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer erobert. Nach Angaben der jemenitischen Regierung kontrolliert die Miliz nun die für den Welthandel wichtige Meerenge Bab al-Mandab, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer verbindet. Doch auch abseits der Meerengen wird der Öl-Export eingeschränkt: Der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien musste nach einem Angriff eine wichtige Öl-Pipeline abgeschaltet werden. Nach und nach wird das Schadensausmaß klarer.

Schon im Jahr 2019 hatten die Houthi mehrere Pumpstationen der rund 1200 Kilometer langen Leitung angegriffen. Doch diesmal dürfte der Schaden, der an einer der Pumpstationen verursacht wurde, größer sein, wie ein am Sonntag veröffentlichtes Bild beweisen soll. Beinahe das gesamte Areal ist mit kohlschwarzem Ruß bedeckt, eingestürzte Gebäude sind zu sehen. Auf anderen Aufnahmen sieht man in Grabungsarbeiten in der Nähe der Anlage. Dies könnte laut Experten darauf hindeuten, dass Reparaturarbeiten bereits im Gange sind bzw. Hilfspumpen installiert werden, damit der richtige Druck in der Leitung wiederhergestellt werden kann.

Ziemlich viele Teile der Pumpstation sind zerstört, Reparaturarbeiten sind dem Vernehmen nach ...
Ziemlich viele Teile der Pumpstation sind zerstört, Reparaturarbeiten sind dem Vernehmen nach schon im Gange. Die Pipeline ist aber bis auf Weiteres aus Sicherheitsgründen abgeschaltet.(Bild: AFP/AFP PHOTO / Satellite image ©2026 Vantor )

Die zusätzliche Reduzierung saudischer Exporte lässt die Ölpreise weiter steigen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November kletterte Montagfrüh um knapp drei Prozent auf 107,60 Dollar (rund 94 Euro) und näherte sich damit wieder der Marke von 110 US-Dollar. Am Freitag war der Brent-Preis nach einem rasanten Anstieg in den Tagen davor noch etwas gefallen. Grund für den Rückgang am Freitag war die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahostkonflikt. Doch diese ist vorerst dahin.

Die Houthi-Miliz (hier mit einer vermeintlich abgeschossenen Drohne) bedroht weiterhin die ...
Die Houthi-Miliz (hier mit einer vermeintlich abgeschossenen Drohne) bedroht weiterhin die Weltwirtschaft.(Bild: AFP/AFP PHOTO/ANSARULLAH MEDIA CENTRE/HANDOUT)

Spritpreise in Österreich weiter auf hohem Niveau
Damit bleiben auch die Spritpreise in Österreich weiterhin auf hohem Niveau. Am gestrigen Sonntag kostete Diesel im bundesweiten Mittel 2,158 Euro, etwas weniger als am Samstag (2,178) und am Freitag (2,192), aber mehr als in der Woche davor. Bei Benzin lag der Wert am Sonntag bei 1,856 Euro, das ist ebenso etwas weniger als zuletzt, zeigen Daten der E-Control.

Das Liniendiagramm zeigt die Entwicklung der Medianpreise für Diesel und Superbenzin in Euro pro Liter von Jänner bis September 2026. Dieselpreise steigen im März stark an und erreichen im September 2,16 Euro. Super bleibt durchgehend niedriger und liegt im September bei 1,86 Euro. Quelle: E-Control.

In der Woche vor Beginn des Nahost-Kriegs hatte Diesel noch 1,57 Euro pro Liter und Benzin 1,52 Euro pro Liter gekostet. Nach einer zwischenzeitlichen Entspannung von Mai bis Juli kletterten die Preise im Zuge der neuerlichen Eskalation zwischen den USA und dem Iran wieder kräftig nach oben.

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