Smartphones könnte künftig dabei helfen, versteckte Kameras aufzuspüren. Forschende des Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) in Südkorea haben eine KI-basierte Technologie entwickelt, die gemeinsam mit einem günstigen LED-Aufsatz versteckte Kameras erkennen kann. Die Methode soll es Nutzern erleichtern, ihre Privatsphäre zu schützen – etwa in Hotels oder Ferienunterkünften.
Das Forschungsteam um Professor Jun Han von der KAIST School of Computing hat die Technologie gemeinsam mit Forschenden der National University of Singapore und der Singapore Management University entwickelt. Das System, bestehend aus einem LED-Modul, das an einem Smartphone angebracht wird, trägt den Namen „SweepLED“.
Der Hintergrund: Versteckte Kameras werden zunehmend in alltäglichen Umgebungen wie Hotels, Ferienwohnungen oder Toiletten entdeckt. Herkömmliche mobile Detektoren arbeiten häufig nach einem einfachen Prinzip: Nutzerinnen und Nutzer suchen mit bloßem Auge nach hellen Reflexionen, die auf eine Kameralinse hindeuten könnten. Dies könne allerdings zu Fehlalarmen führen, weil auch Metall-, Glas- oder glänzende Kunststoffoberflächen Licht reflektieren, wie die Hochschule in einer Mitteilung festhält.
SweepLED geht deshalb einen Schritt weiter. Die Smartphone-Kamera bleibt dabei auf das Objekt gerichtet, während lediglich die Richtung der LED-Beleuchtung verändert wird. Anschließend analysiert das System, wie sich die Lichtreflexionen auf der Oberfläche verändern.
Bei gewöhnlichen glänzenden Gegenständen wandern Reflexionen typischerweise mit der Richtung der Lichtquelle oder verschwinden. Bei Kameralinsen entstehen dagegen charakteristische Veränderungen der Reflexion, die unter anderem auf die innere Struktur von Linse, Blende und Bildsensor zurückzuführen sind.
Diese Unterschiede wertet SweepLED mittels KI aus. Anders als herkömmliche Methoden betrachtet das System also nicht nur, ob irgendwo ein heller Punkt zu sehen ist, sondern analysiert auch, wie sich Form und Position einer Reflexion bei unterschiedlichen Beleuchtungswinkeln verändern.
Hohe Trefferquote
In Tests untersuchte das Forschungsteam 30 Gegenstände, die in realen Umgebungen vorkommen können. Dabei erreichte SweepLED laut KAIST eine Erkennungsgenauigkeit von rund 94 Prozent. Die Untersuchung eines einzelnen Gegenstands dauerte weniger als fünf Sekunden.
Auch die Hardware soll vergleichsweise günstig sein: Die zentralen Komponenten des LED-Aufsatzes kosten weniger als sieben US-Dollar, also rund sechs Euro. Damit sehen die Forschenden Potenzial für eine kostengünstige Technologie, die auch für Privatnutzer zugänglich sein könnte.
„Ernsthafte Bedrohung“
„Versteckte Kameras stellen eine ernsthafte Bedrohung für die persönliche Sicherheit und Privatsphäre in alltäglichen Umgebungen dar“, sagt Professor Jun Han. Die Bedeutung der Arbeit liege insbesondere darin, kostengünstige Smartphone-Hardware mit KI-gestützter Analyse zu verbinden und damit eine praktische Erkennungstechnologie zu ermöglichen, die auch von Nichtfachleuten genutzt werden könnte.
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