Manchmal wird der Blick nach draußen einfach zu schwer. Zwischen globalen Krisen, finanziellen Sorgen und dem ganz normalen Alltagschaos bleibt die eigene Psyche oft auf der Strecke. Sie müssen da nicht alleine durch. Neben Therapie schenken auch diese Bücher Halt, bieten Orientierung und tun der Seele genau dann gut, wenn sie es am meisten braucht.
Richtig anders – anders richtig – Hanser
Wer anders denkt, ist nicht automatisch falsch: Genau hier setzt das Sachbuch von Kathrin Köller und Irmela Schautz an. Im Mittelpunkt stehen Neurodiversität und Themen wie ADHS, Autismus, Lese-, Rechtschreibstörungen und Dyskalkulie. Das Buch erklärt verständlich, warum Gehirne unterschiedlich funktionieren und weshalb Betroffene oft stärker unter gesellschaftlichen Erwartungen als unter ihrer Neurodivergenz selbst leiden. Wissenschaftliche Erkenntnisse treffen dabei auf persönliche Erfahrungen und zahlreiche Illustrationen. Ein Buch für Jugendliche und Erwachsene, das mit Vorurteilen aufräumt und einen selbstbewussteren Blick auf das vermeintliche „Anderssein“ ermöglichen will. HIER geht‘s zum Buch!
Frustkiller und Schweinehundbesieger – Beltz
Man weiß genau, dass etwas erledigt werden müsste – und tut trotzdem lieber etwas anderes. Oder man explodiert schon bei kleinen Hindernissen, weil die Dinge wieder einmal nicht so laufen wie geplant. Psychotherapeut Harlich H. Stavemann nimmt sich zwei eng verwandte Probleme vor: geringe Frustrationstoleranz und chronisches Aufschieben. Er zeigt, welche Denk und Verhaltensmuster dahinterstecken und warum Vermeidung zwar kurzfristig angenehm sein kann, langfristig aber neue Probleme produziert. Zahlreiche Übungen sollen dabei helfen, die eigenen Muster zu erkennen und Frust besser auszuhalten. Der innere Schweinehund wird also nicht mit Motivationssprüchen erschlagen, sondern psychologisch auseinandergenommen. HIER geht‘s zum Buch!
Erwachsen – Brandstätter Verlag
Erwachsen wird man nicht automatisch mit 18 – zumindest psychologisch betrachtet. Der Wiener Psychologe und Verhaltenstherapeut Tobias Glück untersucht, warum uns alte Ängste, Konflikte und Verhaltensmuster aus der Kindheit oft Jahrzehnte später noch steuern. Er verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrungen aus seiner therapeutischen Praxis und zeigt, wie emotionale Verletzungen das Selbstbild und Beziehungen beeinflussen können. Entscheidend ist für Glück nicht, das „innere Kind“ zum Chef des eigenen Lebens zu machen, sondern Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen. Erwachsensein erscheint damit weniger als erreichter Zustand denn als lebenslanger Prozess. HIER geht‘s zum Buch!
Was bei Depressionen und Burnout im Kopf passiert – mvg
Warum wird aus Erschöpfung eine Erkrankung – und was passiert dabei eigentlich im Gehirn? Psychiater und Neurowissenschaftler Manfred Spitzer erklärt kompakt, wie Depressionen und Burnout entstehen, woran sie erkannt werden können und welche Auswirkungen sie auf Denken und Verhalten haben. Dabei geht es auch um Symptome wie Schlafstörungen, Erschöpfung und anhaltende Traurigkeit, die von Betroffenen mitunter lange nicht als Zeichen einer Erkrankung erkannt werden. Spitzer gibt Einblick in Erkenntnisse aus Psychiatrie und Neurowissenschaft und stellt erste Möglichkeiten der Behandlung und Bewältigung vor. Das Ganze bleibt mit nur 80 Seiten bewusst kompakt und soll komplexe medizinische Zusammenhänge auch für Laien verständlich machen. HIER geht‘s zum Buch!
Das weibliche Gehirn – rororo/Rowohlt
Warum erkranken Frauen häufiger an Migräne und Depressionen und etwa doppelt so häufig an Alzheimer wie Männer? Neurowissenschaftlerin und Ärztin Lisa Mosconi rückt ein Organ ins Zentrum, das in der Medizin lange erstaunlich wenig geschlechtsspezifisch untersucht wurde: das weibliche Gehirn. Sie erklärt Unterschiede im Hirnstoffwechsel und zeigt, welche Rolle Hormone, Ernährung, Stress und Schlaf für die Gehirngesundheit von Frauen spielen. Dabei geht es nicht nur darum, Risiken zu verstehen, sondern vor allem darum, was Frauen selbst für ihre langfristige körperliche und geistige Gesundheit machen können. Ein wissenschaftlich orientierter Ratgeber mit einem klaren Schwerpunkt auf Prävention. HIER geht‘s zum Buch!
50 Fragen, die das Leben leichter machen – Ullstein
Manchmal braucht es keine neue Antwort, sondern schlicht die richtige Frage. Karin Kuschik versammelt Fragen, die eingefahrene Gedanken stoppen, Konflikte entwirren und überraschend schnell für Klarheit sorgen sollen. Einige funktionieren als kleine mentale Werkzeuge für den Alltag, andere gehen deutlich tiefer. „Was könntest du tun, um dein Problem zu verschlimmern?“ dreht beispielsweise die Perspektive radikal um, während „War das ein Vorwurf oder Interesse?“ mitten in Kommunikationsmuster zielt. Kuschik verbindet Coaching, Geschichten aus dem Leben und psychologische Denkanstöße zu einem Werkzeugkasten für mehr Selbstführung. HIER geht‘s zum Buch!
ADHS im Griff – Yes Publishing
Ständig Dinge verlieren, Projekte anfangen und nicht beenden oder sich viel mehr anstrengen als andere – und trotzdem das Gefühl haben, hinterherzuhinken: Jessica McCabe kennt das aus eigener Erfahrung. Bei ihr wurde bereits mit zwölf Jahren ADHS diagnostiziert, wirklich verstehen lernte sie ihr Gehirn jedoch erst viele Jahre später. Statt das eigene Gehirn „reparieren“ zu wollen, sollen Betroffene lernen, mit seinen Besonderheiten zu arbeiten. Dafür verbindet McCabe persönliche Erfahrungen mit Erkenntnissen über ADHS und konkreten Strategien für den Alltag. Ein ungewöhnlich persönlicher Ratgeber, der auch Angehörigen erklären will, warum „Streng dich einfach mehr an“ keine besonders hilfreiche Therapie ist. HIER geht‘s zum Buch!
Die Kunst, nicht auf alles zu reagieren – Kiepenheuer & Witsch
Eine Nachricht, eine Meinung, ein schiefer Blick – und schon läuft das Gedankenkarussell. Der buddhistische Mönch Ryushun Kusanagi setzt genau dort an: Nicht jeder äußere Reiz verdient eine innere Reaktion. Auf Basis buddhistischer Lehren zeigt er, wie sich negative Gedankenspiralen unterbrechen, schwierige Menschen gelassener ertragen und ständige Vergleiche mit anderen reduzieren lassen. Dabei versteht Kusanagi Buddhismus weniger als Religion denn als praktische mentale Technik. Das Ziel ist überraschend schlicht: weniger unnötige Reaktionen, weniger innerer Lärm – und damit mehr Ruhe im eigenen Kopf. HIER geht‘s zum Buch!
Du bist nicht deine Eltern – Ariston (ab 26. August)
Die Kindheit ist vorbei – ihre Folgen sind es manchmal nicht. Psychiater und Psychotherapeut Hans Otto Thomashoff richtet sich an Menschen, die auch als Erwachsene noch unter einer dysfunktionalen oder toxischen Familie leiden. Dabei schreibt er nicht nur als Therapeut, sondern auch über Erfahrungen aus seiner eigenen Familiengeschichte. Es geht um Schuldgefühle, emotionale Abhängigkeit, versteckte Machtspiele und die oft schmerzhafte Hoffnung, von den Eltern doch noch jene Liebe zu bekommen, die früher fehlte. Thomashoff zeigt Wege auf, sich aus diesen alten Bindungen zu lösen und das eigene Leben stärker nach den eigenen Bedürfnissen auszurichten. HIER geht‘s zum Buch!
Smart & Steady – EMF
Erfolg ja – aber bitte ohne sich auf dem Weg dorthin selbst zu verlieren. Psychologin und Gründerin Sophia Thora stellt dem ewigen „höher, schneller, weiter“ einen anderen Ansatz gegenüber: ambitionierte Ziele verfolgen und gleichzeitig die eigenen Bedürfnisse ernst nehmen. Leser sollen zunächst herausfinden, was tatsächlich hinter ihren Wünschen steckt – etwa Anerkennung, Sicherheit oder Verbundenheit. Danach geht es darum, Ziele so zu setzen, dass sie wirklich zum eigenen Leben passen. Thora verbindet dabei Psychologie mit Erfahrungen aus Yoga, Coaching und Unternehmensgründung. Ein Ratgeber für alle, die etwas erreichen wollen, ohne sich dafür permanent über die eigenen Grenzen zu treiben. HIER geht‘s zum Buch!
Ernährung für mentale Gesundheit – kompakt – riva
Kann das, was auf unserem Teller landet, auch unsere Psyche beeinflussen? Ernährungsberaterin Amanda Foote zeigt, welche Zusammenhänge zwischen Nährstoffen, Lebensmitteln und mentaler Gesundheit diskutiert werden. Dabei widmet sie sich unter anderem Angststörungen, Depressionen, ADHS sowie Alzheimer und Demenz und nennt Lebensmittel, die unterstützend wirken können. Gleichzeitig nimmt sie Ernährungsgewohnheiten unter die Lupe, die dem psychischen Wohlbefinden eher schaden könnten. Der kompakte Ratgeber will vor allem eines: wissenschaftliche Erkenntnisse so übersetzen, dass daraus konkrete Entscheidungen beim nächsten Einkauf werden können. HIER geht‘s zum Buch!
Can’t Hurt Me – riva
Armut, Gewalt, Übergewicht und eine Kindheit voller Demütigungen: David Goggins startete nicht gerade mit guten Karten ins Leben. Später wurde er Navy SEAL, absolvierte weitere militärische Eliteausbildungen, lief Ultramarathons und stellte Ausdauerrekorde auf. In „Can’t Hurt Me“ verbindet er seine Lebensgeschichte mit einem kompromisslosen Plädoyer für Selbstdisziplin und mentale Härte. Bekannt wurde dabei vor allem seine „40 Prozent Regel“: Wir würden meist aufgeben, lange bevor unsere tatsächlichen Leistungsreserven ausgeschöpft sind. Ein Wohlfühlratgeber ist das ausdrücklich nicht – Goggins setzt auf Konfrontation, Verantwortung und die Bereitschaft, sich freiwillig aus der eigenen Komfortzone zu bewegen. HIER geht‘s zum Buch!
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