Versiegelte Flächen, Zäune, Mauern und perfekt gepflegte Gärten nehmen Wildtieren wie dem Igel zunehmend Lebensraum weg. Doch eine Initiative will private Gärten wieder zu Schutzräumen mit sicheren Wegen im Siedlungsraum machen – dafür kann man sich sogar eine „Vignette“ für den Gartenzaun holen!
Für Igel sind durchgängige Wege besonders wichtig. Die Tiere durchstreifen in der Nacht mehrere Gärten auf der Suche nach Nahrung, Unterschlupf und Partnern. Wo Zäune oder andere Hindernisse den Weg versperren, bleiben ihnen nur gefährliche Umwege über Straßen. Ein Garten allein mag dabei klein wirken – viele miteinander verbundene Gärten können jedoch eine lange, sichere Strecke ergeben.
Dass daraus tatsächlich ein großes Netzwerk entstehen kann, zeigen die bereits mehr als 1000 registrierten Gärten. Zusammengenommen bilden sie eine „Igel-Straße“, die mittlerweile länger als ein Marathon ist – mehr als 42 Kilometer vernetzter Lebensraum. Schritt für Schritt entstehen so neue Refugien, wo zuvor Barrieren für die Tiere waren.
„Dass so viele Menschen mitmachen, freut uns enorm“, sagt Martin Aschauer, Sprecher von Tierschutz Austria. Schon kleine Maßnahmen könnten viel bewirken: ein Durchgang im Zaun, heimische Pflanzen oder der Verzicht auf Gift und Mähroboter. Mit der Garten-Vignette werden jene Gärten sichtbar, die bewusst naturnah und tierfreundlich gestaltet sind. So wächst die „Igel-Straße“ mit jedem Garten weiter.
„Jeder Garten zählt. Jeder Meter zählt“, betont Aschauer. Wer seinen Garten zu einem Teil dieser Verbindung machen möchte, kann ihn online eintragen und eine Garten-Vignette bestellen. Alle Gartenvignetten-Besteller, die in den nächsten 14 Tagen eine Vignette bestellen, erhalten zusätzlich das Buch „180 Jahre Tierschutz in Österreich“ gratis.
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