Alles beim Alten

Kartenpionier profitiert in Streit um Lake Ontario

Digital
03.09.2026 07:55

Die Entscheidung von Apple und Google, den Lake Ontario in ihren Kartendiensten auf Wunsch von Präsident Donald Trump für US-Nutzer in Lake America umzubenennen, sorgt für deutliche Reaktionen der Anwender. Ihr Frust über das Einknicken der Tech-Riesen entlädt sich in einem unerwarteten Comeback eines Branchen-Pioniers: MapQuest.

Wie der Mutterkonzern System1 mitteilte, erlebt der Navigationsdienst seit der Bekanntgabe von Google, den zwischen den USA und Kanada gelegenen See umzubenennen, einen massiven Download-Zuwachs. Die Nutzung stieg am vergangenen Wochenende auf das 50-Fache des normalen Niveaus. In den US-App-Store-Charts des iPhone-Herstellers Apple, der den See am Mittwoch umtaufte, kletterte MapQuest auf Platz eins der Navigations-Apps und stieß auf Platz acht der kostenlosen Gesamtdownloads vor.

Grund für den sprunghaften Anstieg? MapQuest weigert sich schlichtweg, beim Umbenennungs-Wahn von Apple und Google mitzumachen. Bei den Navigations-Pionieren bleibt der Lake Ontario schlicht der Lake Ontario – genauso wie der Golf von Mexiko. Wer es doch anders mag, für den bietet der Dienst ein interaktives Tool an, über das Nutzer die Bezeichnungen auf ihren eigenen Endgeräten scherzhaft selbst anpassen können.

„Auf dem richtigen Weg“
Doug Berger, General Manager bei MapQuest, kommentierte die Entwicklung pragmatisch: „Wir sind genauso vorgegangen wie beim Golf von Mexiko: Wir wollten uns aktiv einbringen und den Nutzern eine App anbieten, die die ihnen vertrauten Namen beibehält.“ Hunderttausende Downloads hätten dem Unternehmen bestätigt, „dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

MapQuest ging 1996 als einer der ersten Kartendienste im Internet an den Start. Von 2000 bis 2015 gehörte MapQuest zu AOL, 2016 wurde der Anbieter von Verizon übernommen und 2019 schließlich an die Internetwerbefirma System1 verkauft. Der Kartendienst ist vor allem in Nordamerika verbreitet. Seit 2012 zählt die MapQuest-App laut heise.de 24,4 Millionen Downloads, 97 Prozent davon in den USA.

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