Gewalt in Zügen

Sicherheitsproblem bei ÖBB: Bodycams & Stichschutz

Österreich
03.09.2026 08:00

Die langwierige Testphase für zusätzliche Schutzausrüstung geht ins Finale. Es gibt erste Weichenstellung für Securitymitarbeiter, bei Zugbegleitern steht jedoch die „Kosmetik“ im Weg. Die „Krone“ kennt die Details ...

Bodycams, Stichschutzwesten, Pfefferspray oder Taser? Die Überlegungen in Sachen Schutz für leidgeplagte Securitybeamten, Schaffner und Lokführer bei den heimischen Bundesbahnen trieben über viele Monate hinweg seltsame Blüten.

Nach dem freiwilligen Einsatz von Bodycams – in der Endausbaustufe sollen insgesamt 325 Stück vorgesehen sein – dürfte nun zumindest auch die Anschaffung von Hunderten Stichschutzwesten fix sein. Für rund 530 Securitymitarbeiter im ersten Schritt!

Beim Zugbegleitdienst sind künftig in der Endausbaustufe rund 200 Bodycams vorgesehen.
Beim Zugbegleitdienst sind künftig in der Endausbaustufe rund 200 Bodycams vorgesehen.(Bild: Tom Leitner)

„Kosmetische Ansprüche“ wichtiger als Sicherheit
Brisantes Detail: Bei den Schaffnern soll man sich aufgrund „kosmetischer Ansprüche“ gegen den Einsatz zusätzlicher Schutzausrüstung entschieden haben. Das Thema Sicherheit dürfte nur zweitrangig sein.

Gegenüber der „Krone“ zeigt sich der Staatsbetrieb nicht allzu auskunftsfreudig: „Seit einiger Zeit werden mehrere Modelle von möglichen Stichschutzwesten getestet. Für ein erstes Resümee ist es aufgrund der noch stattfindenden Testung allerdings zu früh“, erklärt Pressesprecher Daniel Pinka auf mehrmalige Nachfrage.

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Die Beschaffung erfolgt im Anschluss der Testphase. Die Stichschutzwesten sollen Teil der persönlichen Schutzausrüstung der Mitarbeiter werden.

Daniel Pinka, ÖBB-Sprecher

Erste Kostenschätzung, Personalvertreter vorsichtig optimistisch
Laut ersten Schätzungen dürfte der angestrebte Deal für die Securitybeamten bis zu 500.000 Euro schwer sein. Befragte Personalvertreter sind vorsichtig optimistisch.

„Endlich geht an der ,Front‘ was weiter. Wichtig ist aber auch, dass es bei den geplanten Konzepten keine Züge ohne Zugbegleiter gibt. Die Lokführer dürfen nicht allein im Regen stehen gelassen werden“, heißt es aus Kreisen der Gewerkschaft.

Passagiere dürfen also gespannt sein.

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