Mangel in Vorarlberg

Lehrerbedarf im neuen Schuljahr beinahe gedeckt

Österreich
03.09.2026 07:16
Porträt von krone.at
Von krone.at

Kurz vor Beginn des neuen Schuljahrs im Osten am nächsten Montag ist der Lehrerbedarf laut Bildungsressort bis auf einzelne Regionen, Standorte und Schularten gedeckt.

Nur in Vorarlberg bleibt die Lage "vergleichsweise angespannt". An den Pflichtschulen (v.a. Volks-, Mittel-, Sonderschule) sind demnach 288 Stellen offen, an den Bundesschulen (AHS, BMHS) sind es 58, an den Berufsschulen drei. Insgesamt arbeiten an Österreichs Schulen über 128.000 Lehrkräfte.

Bedarf in Berufsschulen
Noch Bedarf gibt es laut Ministerium vor allem bei einzelnen fachtheoretischen Gegenständen in den Berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) und Berufsschulen, bei besonderen Fächerkombinationen, in bestimmten Fächern wie katholischer Religion, Bewegung und Sport für Mädchen, im Minderheitenschulwesen und an geografisch schwerer erreichbaren Standorten.

  • In Wien und dem Burgenland sind laut Ministerium bereits alle Posten besetzt, in der Steiermark betrifft die Ausschreibung nur noch kurzfristig entstandene Lücken (durch Karenzen, Krankenstände oder kurzfristige Versetzungen) und Personalreserven.
  • In Niederösterreich sucht man noch einzelne Bundesschullehrer für bestimmte Standorte und Gegenstände.
  • Oberösterreich meldet im Pflichtschulbereich noch „punktuelle regionale Herausforderungen“ u.a. im Raum Wels.
  • In Tirol wird vor allem im Bezirk Reutte noch vereinzelt nach Pflichtschullehrern gesucht.
  • In Salzburg gibt es im Pflichtschulbereich noch „vereinzelt“ Bedarf in bestimmten Fächern bzw. Gebirgsregionen.
  • In Kärnten wird die Bewerbungslage – wie in fast allen übrigen Bundesländern als „positiv“ beschrieben.

  • In Vorarlberg, wo viele Lehrer wegen der höheren Gehälter in die Schweiz gehen, ist die Personalsuche vergleichsweise schwierig. Der Unterricht sei aber sichergestellt.

Im vergangenen Jahr waren zwölf Prozent der Neuanstellungen Quereinsteiger mit fachlich passendem Studium und einschlägiger Berufserfahrung, die erst berufsbegleitend eine pädagogische Ausbildung nachholen. Diesmal rechnet das Ministerium mit zehn Prozent der Neuaufnahmen. Quereinsteiger seien teilweise eine große Bereicherung für die Schulen. Die Rückmeldungen der Schulen seien aber insgesamt durchwachsen, Probleme gebe es außerdem an Standorten mit besonders vielen Quereinsteigern.

„Riesiger verdeckter Personalmangel“
Geht es nach der Lehrergewerkschaft, zeigen die Zahlen allerdings nicht das ganze Bild. Es gebe einen „riesigen verdeckten Personalmangel“, das Ausmaß an Überstunden sei „enorm“, betonte der Sprecher der ARGE Lehrer in der GÖD, Paul Kimberger (FCG). 2023/24 gab es Mehrdienstleistungen im Ausmaß von 7000 Vollzeitstellen. Dabei seien gerade besonders heikle Bereiche wie die Sonderpädagogik oder die dringend benötigte Deutschförderung betroffen.

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