Abriss gefordert

Zaun-Zorn in Salzburg: „Das ist doch ein Witz!“

Salzburg
03.09.2026 08:00

Ein Salzburger soll auf Geheiß der Behörden seinen Garten massiv verkleinern und einen mehr als zwei Meter hohen Zaun abreißen. Warum? Das weiß er selbst nicht genau. Er ortet einen „echten Schildbürgerstreich“ – die „Krone“ kennt die Hintergründe.

Franz Winter steht in seinem Garten und betrachtet den mehr als zwei Meter hohen Zaun, der sein Grundstück von der viel befahrenen Innsbrucker Bundesstraße abgrenzt. Der Stadt-Salzburger ist fassungslos: „Das soll ein Schwarzbau sein – absolut lächerlich“, poltert er. Doch der Magistrat wirft Winter genau das vor – und fordert einen Rückbau des Zauns. „Ein echter Schildbürgerstreich“, ist der Salzburger außer sich.

Doch der Reihe nach: Bis zum Jahr 2009 trennte eine hohe Thujen-Hecke das Grundstück von Gehsteig und Straße ab. „Dann gab es Planungen für ein Bauprojekt auf dem benachbarten früheren Öfag-Gelände“, erinnert sich Winter.

Der Bauträger trat an ihn heran, bat zwecks besserer Sicht in eine geplante Einfahrt um die Abtretung einer knapp acht Quadratmeter großen Teilfläche seines Gartens. Man war sich rasch einig: Winter erhielt eine Einmalzahlung, der Bauträger stellte auf eigene Kosten den massiven Zaun samt Betonfundament auf.

So weit, so gut? Nein! 2025 – also mehr als 15 Jahre später (!) – flatterte Winter ein Schreiben des Salzburger Baurechtsamts ins Haus. Demnach habe es nie eine Genehmigung für den Zaun gegeben. Die Behörden forderten prompt einen Rückbau. Dagegen legte nun Winter selbst ein Veto ein, suchte um eine erneute Bewilligung des Zauns an. Daraufhin spitzte sich die Situation weiter zu.

Behörden bleiben hart
Denn: Im heurigen Sommer stellte das Baurechtsamt nun gar fest, dass ein erheblicher Teil seines Gartens seit dem Jahr 1998 als Abtretungsfläche für einen etwaigen Radweg-Ausbau an der Innsbrucker Bundesstraße vorgesehen ist.

Uneinsichtig: die Kreuzung vor dem Haus von Franz Winter
Uneinsichtig: die Kreuzung vor dem Haus von Franz Winter(Bild: Markus Tschepp)

„Davon ist in in keinem Plan die Rede“
„Jetzt soll ich nicht nur den Zaun abreißen, sondern auch noch weitere 44 Quadratmeter meines Gartens verlieren. Das kostet sicher an die 40.000 Euro“, sagt der Salzburger. Und: „In keinem Plan, den ich von unserem Haus habe, ist von so einer Abtretungsfläche die Rede. Ein Witz!“ Er hofft immer noch auf eine Lösung.

Im Bescheid der Stadt Salzburg heißt es aber klipp und klar: „Die maßgeblichen Versagungsgründe bestehen weiterhin.“

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