Türkei entdecken

Von Feenkaminen bis Ephesos

Reisen & Urlaub
20.08.2026 15:00

Sonne, Sand, Meer & all inclusive sind die Synonyme für einen Urlaub in der Türkei. Doch das Land, das etwa neunmal so groß ist wie Österreich, kann noch viel mehr! Es warten Traumlandschaften und einzigartige Erlebnisse von Kappadokien bis Bodrum!

Die Türkei beheimatet sage und schreibe 22 UNESCO-Welterbestätten. Eine davon liegt in Kappadokien, was so viel wie „Land der schönen Pferde bedeutet“. Die Gegend, die in der Antike für erstklassige Pferdezucht bekannt war, ist atemberaubend schön und das liegt nicht zuletzt an den bizarren Felsformationen, die in Jahrmillionen durch Asche und Lava zweier Vulkane entstanden sind. Aus dem Tuffgestein hat sich eine der interessantesten Landschaften gebildet, die man sich vorstellen kann.

Wasser und Wind haben einen wahren Wald aus überdimensionalen Zuckerhüten, Gebilden wie Zipfelmützen, Stangenspargel, Pyramiden und riesigen Pilzen geformt, die tatsächlich ziemlich einzigartig ist und wie eine Mondlandschaft wirkt. Charakteristisch sind vor allem die berühmten Feenkamine, die ein unvergleichliches Panorama bilden – und gerne aus der Luft „besichtigt“ werden.

IM BALLON ÜBER DEM FEENREICH 
Um 3.40 Uhr läutet also der Wecker. Langsam wird es Tag auf der Terrasse, wo wir gemeinsam mit Touristen aus aller Welt auf ein unvergleichliches Erlebnis warten: eine Fahrt mit dem Heißluftballon. Zeitig in der Früh sind die Windverhältnisse und die Thermik am besten für dieses kleine Abenteuer, das hier mit sehr viel Routine und Erfahrung täglich hundertfach durchgeführt wird. Meine Höhenangst scheint sich mit jedem Meter, den wir an Höhe gewinnen, aufzulösen.

Ich bin zu sehr mit Schauen und Stauen beschäftigt. Unter uns breitet sich eine Märchenwelt aus, die einen klein werden lässt ob dieser Schöpfung. Neben uns steigen vielleicht hundert oder mehr andere Ballone in die Luft – was zusätzlich ein unvergleichliches Bild schafft. Die Zeit vergeht nicht nur sprichwörtlich wie im Flug, bis wir wieder Boden unter den Füßen haben und dann – ganz im Sinne der Brüder Montgolfier – mit Sekt auf die sichere Landung anstoßen.

LUXUS IN DER HÖHLE
Jeder Einzelne unserer kleinen Reisegruppe verstreut sich nun in seiner eigenen „Höhle“, um noch ein bisschen zu ruhen, bevor die nächsten Entdeckungen am späteren Vormittag am Programm stehen. Uchisar, der malerische Ort mit der majestätischen Felsenburg, ist bekannt für seine exklusiven Höhlenhotels. Wir sind im Argos untergebracht – jedes Zimmer ist authentisch, behutsam hat man aus den historischen Gewölben ein Refugium geschaffen, das den Charakter Kappadokiens wunderbar ausdrückt.

Hotel-Tipps für Kappadokien

  1. Argos in Cappadocia, Uçhisar: www.argosincappadocia.com/ 
  2. Museum Hotel, Uçhisar: www.museumhotel.com.tr, www.relaischateaux.com/de/ 
  3. Avantgarde Refined Caves of Cappadocia, Ürgüp: www.avantgardecollection.com
  4. Old Greek House Mustafapaşa, Bib Gourmand: www.oldgreekhouse.com 
In Uçhisar befinden sich zwei besondere Unterkünfte – das Museum Hotel ...
In Uçhisar befinden sich zwei besondere Unterkünfte – das Museum Hotel ...(Bild: Relais & Châteaux)
... und das Argos in Cappadocia.
... und das Argos in Cappadocia.(Bild: Andrea Thomas)

Ähnlich ist es im Museum Hotel, etwas kleiner mit nur 34 Zimmern und Suiten. Beide Hotels verfügen über ausgezeichnete Restaurants, das Lil’a ist sogar mit einem Michelin-Stern geschmückt, das Nahita (herrliche Terrasse) und das Seki sind im Guide erwähnt. Überhaupt kommt man nach Uchisar gerne zum Essen, aber auch um die Aussicht zu genießen, denn die Ortschaft liegt direkt am Eingang des Taubentals.

Göreme ist das Zentrum Kappadokiens und zählt zum UNESCO-Welterbe. Die Besiedlung reicht bis ins ...
Göreme ist das Zentrum Kappadokiens und zählt zum UNESCO-Welterbe. Die Besiedlung reicht bis ins 4. Jahrhundert zurück.(Bild: Kalyakan - stock.adobe.com)
Die Dunkle Kirche in Göreme ist weltbekannt für die farbenprächtigen Fresken.
Die Dunkle Kirche in Göreme ist weltbekannt für die farbenprächtigen Fresken.(Bild: mitzo_bs - stock.adobe.com)

Wer es durchwandern will, kommt nach vier Kilometern nach Göreme, wo im Freilichtmuseum die am besten erhaltenen Felsenkirchen der Region zu besichtigen sind. Ein Blick in die Dunkle Kirche lohnt sich. Durch die jahrhundertelange Dunkelheit sind die Farben extrem lebendig. Wände, Säulen und Kuppeln sind mit detailreichen Malereien aus dem 11. Jahrhundert bedeckt.

UNTERIRDISCHE STÄDTE 
Frühe Christen suchten hier Zuflucht vor Verfolgung. So entstanden zahlreiche unterirdische Städte. Von rund 50 können einige wie etwa Kaymakli besucht werden. Reiseführer Ali, der ausgezeichnet Deutsch mit österreichischer Färbung spricht, ist ein wandelndes Lexikon. „Acht Stockwerke tief war dieser Zufluchtsort. Vier davon sind der Öffentlichkeit zugänglich.“

Wer allerdings unter Platzangst leidet, sollte lieber über der Erde bleiben – es gibt schließlich genug zu sehen, zu erleben und zu genießen. Drei Tage sollte man unbedingt für Kappadokien einplanen. TIPP: Das fast vollständig aus Höhlen bestehende Dorf Zelve wurde bis in die Fünfzigerjahre bewohnt und ist seit 1967 ein Freilichtmuseum. Eine Besichtigung lohnt sich.

TÜRKISCHE RIVIERA
Nun kommen wir – via Izmir – ins Land des Tigers, Kaplankaya, eine Fläche von etwa 480 Hektar Land in der Nähe von Bodrum, das gerade aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Das geschieht sanft, erzählt Can Göktas. Er ist verantwortlich für die Entwicklung und gleichzeitig ist er General Manager vom Six Senses, das hier als erstes Hotel eröffnet wurde.

Reise-Autorin Andrea Thomas, hier in Kaplankaya, ist von der Vielfalt der Türkei begeistert.
Reise-Autorin Andrea Thomas, hier in Kaplankaya, ist von der Vielfalt der Türkei begeistert.(Bild: Andrea Thomas)

Es breitet sich großzügig auf etwa 8 Prozent der Fläche aus und passt gut zum nachhaltigen Ansatz, denn das Hotel- und Spa-Managementunternehmen betrachtet es als die oberste Verpflichtung, „Verantwortung für die Gesellschaft, für die Nachhaltigkeit und das Wohlbefinden zu übernehmen“. Das sind nicht nur Lippenbekenntnisse. So hat man zum Beispiel den Meeresboden entlang der Küste vor dem Resort gereinigt und unsagbare 70 Tonnen Netze und Plastik entsorgt. Wer hier Urlaub macht, sucht Erholung und Entspannung. Bodrum liegt gegenüber.

Die „Aquarium-Bucht“ auf der Halbinsel Bodrum ist ein schönes Ziel für einen Gulet-Bootsausflug.
Die „Aquarium-Bucht“ auf der Halbinsel Bodrum ist ein schönes Ziel für einen Gulet-Bootsausflug.(Bild: Leonid - stock.adobe.com)

Das Resort bietet Bootstransfers für die, die gerne zur Abwechslung Bodrum Stadt, gern auch als „St. Tropez der Türkei“ bezeichnet, erleben und besichtigen wollen. Zum Beispiel die mittelalterliche Festung St. Peter, die im 15. Jahrhundert von den Johanniter-Rittern erbaut wurde, oder die berühmte Ausgrabungsstätte des Mausoleums von Halikarnassos. Natürlich kann man auch mit dem Auto in die Stadt Bodrum fahren, allerdings dauert das etwa doppelt so lange wie mit dem Schnellboot.

BARFUSS-CHIC IN BODRUM & ALAÇATI
Das Meer schimmert in einem unglaublichen Türkis, das kristallklare Wasser reicht bis zu den hölzernen Strandterrassen in der Bucht von Göltürkbükü. Ein DJ spielt lässige Musik, das köstliche Essen wird unter Olivenbäumen serviert. Das Macakizi ist ein inhabergeführtes Boutiquehotel mit einem unvergleichlichen Flair, das auch Einheimische gleichwohl wie internationale Gäste schätzen.

INFOS

ALLGEMEINES: www.goturkiye.com/de-de

  • Mit „Pur Signature Türkei“ bringt Pur Touristik den ersten und einzigen individuell kuratierten Türkei-Katalog seiner Art im deutschsprachigen Markt heraus – mit handverlesenen Hotels, privaten Erlebnissen und exklusiven Once-in-a-Lifetime-Rundreisen.

Mehr: www.pur-touristik.at, 02252/63271, office@pur-touristik.at Preisbeispiele alle inkl. Flüge, Privattransfer, Frühstück, im Deluxe DZ/pro Person:

  • Alavya in Alaçati, 19.-25.9.2026, 6 Nächte ab 2990€ 
  • Agros in Cappadocia, 17.-20.9.2026, 3 Nächte ab 1895€
  • Six Senses Kaplankaya, 13.-20.9.2026, 7 Nächte ab 3160 €

Ähnliches gilt auch für das Alavya in Alaçati. Nie gehört? Das ist sozusagen das „Ibiza der Türkei“, ein lebendiger Ort mit engen Straßen voller Lokale, Clubs und Boutiquen. Das Alavya mit seinen 25 Zimmern liegt mittendrin.

Alaçati liegt an der türkischen Ägäis etwa 85 Kilometer weit vom Flughafen Izmir entfernt und ...
Alaçati liegt an der türkischen Ägäis etwa 85 Kilometer weit vom Flughafen Izmir entfernt und ist beliebt für seine lebendige Party- sowie Gastronomieszene.(Bild: Andrea Thomas)

Eine weitere Überraschung ist das neue Key Urla in den Weinbergen von Urla. Das Relais & Châteaux-Haus zählt 24 Villen und es kommt einem fast so vor, als wäre man in der Provence. In Gehdistanz gibt es ein Weingut, wo Verkostungen angeboten werden, ebenso ein Michelin-Sterne-Restaurant.

Hotel-Tipps für die Türkische Riviera

  1. Six Senses Kaplankaya, Bodrum: www.sixsenses.com
  2. Maça Kizi, Bodrum: www.macakizi.com
  3. Alavya, Alaçati: www.alavya.com
  4. Key Urla, Urla: www.keyurla.com, www.relaischateaux.com 

Wem das Schwimmbad im Hideaway zu „wenig“ sein sollte, hat die Möglichkeit, einen zehnminütigen Transfer zu einem Beachclub in Anspruch zu nehmen. Ein botanisches Arboretum ist ein Ausflugsziel in der Nähe; fünf Autominuten oder man leiht sich ein Fahrrad im Resort. Auf 2000 Hektar finden sich 250.000 Palmen, uralte Olivenbäume und viele seltene Pflanzen. Sehenswert!

ZEITREISE IN DIE ANTIKE
Rund 85 Kilometer entfernt liegt Ephesos. Das UNESCO-Weltkulturerbe gilt als eine der am besten erhaltenen antiken Städte des Mittelmeerraums, war einst die wichtigste römische Metropole in Asien, ein wichtiges Zentrum im frühen Christentum, ist eng mit der Apostelgeschichte verbunden.

Ephesos war eine der bedeutendsten Städte der Antike. Bis 1906 kamen zahlreiche Fundobjekte nach ...
Ephesos war eine der bedeutendsten Städte der Antike. Bis 1906 kamen zahlreiche Fundobjekte nach Wien, die heute im Ephesos Museum ausgestellt sind (Neue Burg, Heldenplatz, 1010 Wien).(Bild: muratart - stock.adobe.com)

Wahrzeichen ist die beeindruckende Fassade der Celsus-Bibliothek aus dem 2. Jahrhundert. Im Großen Theater hatten 25.000 Zuschauer Platz. Hier finden sich auch die Ruinen des Tempels der Artemis, einst eines der Sieben Weltwunder. Ephesos hat auch einen Österreich-Bezug: Seit 1895 leitet die Österreichische Akademie der Wissenschaften die Ausgrabungen und ist somit Österreichs größtes archäologisches Auslandsprojekt.

Tipp: Internationales Ephesos Opern- und Ballettfestival im antiken Theater (immer zwischen Juni und Juli)

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