Eigener Ökostrom, kaum Wasserverbrauch und keine Dieselaggregate: Die Rot-Grün-Regierung im Burgenland knüpft Datencenter an strenge Auflagen. Erste Gespräche mit Betreibern laufen bereits.
Bei ihrer Regierungsklausur in Bad Tatzmannsdorf hat die rot-grüne Landesregierung zehn Regeln für künftige Datencenter beschlossen. Das Thema ist bereits konkret. „Ich kann bestätigen, dass es Gespräche gibt“, sagt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Mehr dürfe er wegen Verschwiegenheitsklauseln nicht verraten. Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) spricht von „Goldgräberstimmung“.
„Wir wollten ein Modell kreieren, das einzigartig ist und eine ökologische Handschrift trägt“, erklärt Doskozil. Der Strom soll aus erneuerbarer Energie kommen, der Wasserverbrauch gering bleiben. Profitieren soll auch die Bevölkerung: Zusätzliche Großverbraucher sollen die Netzkosten für Haushalte und Betriebe senken. „Wir sind offen für neue Technologien, aber nicht naiv. Es gibt keinen Freibrief für Datencenter, sondern klare Spielregeln“, betont Haider-Wallner.
Notstromaggregate ohne fossile Energie
Erzeugung und Speicherung müssten gemeinsam gedacht, fossile Notstromaggregate durch Batteriesysteme ersetzt werden. Die Abwärme soll Haushalten, Betrieben oder der Landwirtschaft zugutekommen. Vorgaben gibt es auch für Bodenverbrauch und Nachnutzung. Gleichzeitig sollen Glasfaserausbau, Arbeitsplätze und Wertschöpfung angekurbelt sowie Landes-, Gesundheits- und Energiedaten im Burgenland gespeichert werden.
Doskozil: Sind beim Budget auf Kurs
Auch beim Budget sieht Doskozil das Land auf Kurs. „Wir werden unser Haushaltsstabilisierungsgesetz auf jeden Fall einhalten können.“ Der Verkauf der Wohnbauförderungsdarlehen soll 2027 abgeschlossen werden, die Einnahmen verteilen sich auf zwei Jahre.
ME/CFS: Start für einzigartiges Angebot in Österreich
Die Gesundheitsoffensive werde fortgesetzt, in der Landesholding sollen Bereiche neu strukturiert werden. Fast 300 Anmeldungen aus Österreich und Deutschland gibt es bereits für die neue ME/CFS-Therapie in Bad Tatzmannsdorf.
Acht Patienten werden jeweils sechs Wochen stationär betreut, die Behandlung wird wissenschaftlich begleitet. Vorerst zahlt das Land. „Wir gehen ein Risiko ein und gehen in Vorlage“, sagt Doskozil und fordert künftig eine Beteiligung von Bund und Sozialversicherung. Die Ärztliche Direktorin Veronika Matzi spricht von einem „einzigartigen Projekt in Österreich“. Die Sozialversicherungen müssten „die Ernsthaftigkeit der Erkrankung und die Notwendigkeit erkennen und dass das bezahlt werden muss“.
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