Pest in Sibirien?

Laborantin starb laut Behörde an Lungenentzündung

Ausland
05.10.2026 17:38
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Tod einer Labormitarbeiterin in Sibirien ist nach offiziellen russischen Angaben nicht auf einen Pesterreger zurückzuführen. Wie berichtet, ist eine 28-jährige Forscherin in Irkutsk gestorben, die an einem Institut zur Bekämpfung von Pestkrankheiten gearbeitet hatte. Daraufhin gab es Berichte, dass sich Darja S. mit Lungenpest infiziert haben könnte.

Ihr sei versehentlich ein Reagenzglas heruntergefallen, heißt es. Lungenpest ist eine schwere Form der Pest, die entstehen kann, wenn sich die Infektionen auf die Lunge ausbreitet. Die Erkrankung ist heutzutage mit Antibiotika behandelbar, allerdings muss die Therapie früh beginnen.

Nun teilte die für Seuchenbekämpfung zuständige Behörde Rospotrebnadsor jedoch mit, dass Darja S. an einer „Lungenentzündung unbekannter Herkunft“ gestorben sei. In Proben seien keine Mikroorganismen nachgewiesen worden, „die mit ihrer beruflichen Tätigkeit in Zusammenhang stehen“. Man habe Untersuchungen durchgeführt und sei zu dem Schluss gekommen, dass es keinen Laborunfall in dem Institut in Sibirien gegeben habe, teilte die Behörde weiter mit.

„Keine weiteren Infektionen“
Die hygienisch-epidemiologische Lage in der Region Irkutsk sowie in den Städten Irkutsk und Schelechow ist den Angaben nach stabil. In Irkutsk wurden nach dem Tod der jungen Frau drei allgemeine Krankenhäuser, eine Kinderklinik und eine Geburtenstation für mindestens drei Wochen unter Quarantäne gestellt. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forschungsinstituts waren an ihrem Arbeitsplatz unter Quarantäne. Weitere Infektionen seien nicht mehr verzeichnet worden, hieß es am Montag.

Fast 200 Kontaktpersonen waren ermittelt und unter Isolation gestellt worden, darunter medizinisches Personal und enge Bekannte. Wie berichtet, war die Labormitarbeiterin am Freitag in einem Krankenhaus in Sibirien gestorben. Daraufhin ging die Angst vor Pest um. Menschen griffen zu Masken und Handschuhen, um sich vor der Erkrankung zu schützen. Schließlich wurde in der betroffenen Region auch das Tragen von Masken verordnet.

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