Geharnischt ist die Kritik des Rechnungshofs an der Wirtschaftskammer. Und sie ist berechtigt: Denn wie glaubwürdig ist eine Interessensvertretung, die von ihren Mitgliedern wirtschaftliche Vernunft, Effizienz und Kostenbewusstsein erwartet, wenn sie selbst Spitzengehälter bezahlt, von denen viele Unternehmer nur träumen können?
Den Satz muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Der Rechnungshof empfiehlt, „die Bruttomonatsbezüge des Generalsekretärs und seiner Stellvertreter niedriger festzusetzen als jenen des Wirtschaftsministers“. Die hohe Gagen in der Kammer – ein fatales Signal! Gerade kleine und mittlere Betriebe kämpfen seit Jahren mit steigenden Lohnkosten, hohen Energiepreisen, Bürokratie und einer schwachen Konjunktur. Viele Selbstständige arbeiten weit mehr als 40 Stunden pro Woche und tragen ein enormes wirtschaftliches Risiko – oft für ein Einkommen, das weit unter den Bezügen mancher Spitzenfunktionäre in der WKO liegt.
Niemand bestreitet, dass verantwortungsvolle Führungsaufgaben angemessen entlohnt werden sollen. Doch wer sich aus Pflichtbeiträgen finanziert, muss besonders sorgfältig mit dem Geld seiner Mitglieder umgehen. Transparenz, Verhältnismäßigkeit und ein nachvollziehbarer Umgang mit Gehältern sind keine Nebensache, sondern eine Frage der Glaubwürdigkeit.
Wer Sparsamkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Eigenverantwortung fordert, sollte diese Werte auch innerhalb der eigenen Organisation sichtbar leben. Nur so kann das Vertrauen der Unternehmer wiederhergestellt werden!
Einen schönen Mittwoch!
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