Wer Tiere hält, trägt Verantwortung – und genau hier will die EU jetzt nachschärfen. Mit einer neuen Strategie kündigt die EU-Kommission strengere Tierschutzregeln an. Für Hühner, Schweine und andere Nutztiere könnten damit längst überfällige Verbesserungen auf den Weg gebracht werden.
Millionen Tiere in Europas Ställen könnten künftig besser geschützt werden. Die EU-Kommission hat eine umfassende Strategie für die Tierhaltung präsentiert, die den Spagat zwischen Landwirtschaft und Tierschutz schaffen soll. Denn während Bauern mit steigenden Kosten, Wetterextremen und wirtschaftlichem Druck kämpfen, soll gleichzeitig das Wohl der Tiere stärker in den Mittelpunkt rücken.
Käfighaltung bei Hühnern vor dem Aus?
Besonders bei Hühnern und Schweinen sind konkrete Änderungen geplant. Bereits Ende 2026 will die EU ein Verbot der Käfighaltung von Legehennen mit Übergangsfrist auf den Weg bringen und neue Tierwohl-Indikatoren für Masthühner einführen. Auch das millionenfache Töten männlicher Eintagsküken soll der Vergangenheit angehören: Künftig soll das Geschlecht bereits im Ei erkannt werden und gar nicht erst ausgebrütet werden.
Tierschützer vorsichtig erfreut
Für 2027 kündigt die Kommission außerdem neue Regeln für die Schweinehaltung an – darunter das Ende der Kastenstände für Mutterschweine. In einer Aussendung begrüßt der „Verein gegen Tierfabriken“ (VGT) diese Pläne, schließlich warten Tierschutzorganisationen seit Jahren auf derartige Verbesserungen.
Es sollten in der EU gleiche Regeln für alle Bauern gelten, sonst gibt es eine Wettbewerbsverzerrung. Importe aus Drittländern benötigen auch strenge Vorgaben!

Maggie Entenfellner, Leiterin „Krone“ Tierecke
Bild: Reinhard Holl
Bereits vor sechs Jahren wurde die von 1,4 Millionen Menschen unterstützte Bürgerinitiative „End the Cage Age“ an die EU-Kommission übergeben – passiert ist bisher kaum etwas. Umso größer ist nun die Hoffnung, dass den Ankündigungen dieses Mal auch tatsächlich Gesetze folgen. Ganz zufrieden sind die Tierschützer aber noch nicht. So fehle weiterhin ein klares Bekenntnis zum Verbot des Vollspaltenbodens in der Schweine- und Rinderhaltung.
Strenge Vorgaben bei Importware
Positiv bewertet der VGT hingegen die geplanten Förderungen für tierfreundlichere Stallumbauten sowie strengere Vorgaben für importierte Tierprodukte. Denn für die Tierschutz-Aktivisten steht fest: Mehr Tierwohl darf nicht an der EU-Grenze enden. Jetzt müsse die Kommission beweisen, dass aus großen Versprechen auch echte Verbesserungen für Millionen Tiere werden.
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